{"id":1427,"date":"2012-10-09T17:27:06","date_gmt":"2012-10-09T14:27:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=1427"},"modified":"2013-03-22T02:25:49","modified_gmt":"2013-03-21T23:25:49","slug":"uber-die-art-der-italiener-zu-diskutieren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2012\/10\/09\/uber-die-art-der-italiener-zu-diskutieren\/","title":{"rendered":"\u00dcber die Art der Italiener, zu diskutieren"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.staticflickr.com\/4145\/5098036865_5b7ebc9005_d.jpg\" alt=\"Avola, Piazza Umberto I\" \/><\/p>\n<blockquote><p>Einerseits oberfl&auml;chlich.<\/p>\n<p>Aber auf der anderen Seite mit einem sicheren Instinkt daf&uuml;r, da&szlig; &raquo;aufh&ouml;ren&laquo; bei allen guten Dingen ein &raquo;abbrechen&laquo; sein mu&szlig;. So wie man willk&uuml;rlich (schlie&szlig;lich) beim Malen eines Bildes, beim Dichten einer Dichtung ein Ende setzt, so tun sie es[,] aus einer tiefen Erfahrung vom Wesen des k&uuml;nstlerischen Verhaltens heraus, beim Diskutieren. Und in der Tat ist merkw&uuml;rdig, wie die &raquo;Lehre&laquo; eines unterbrochenen, abgebrochenen Gespr&auml;chs einem nachl&auml;uft wie ein H&uuml;ndchen, das einen verlor. W&auml;hrend man gerade da zuletzt mit leeren Handen steht, wo man bis ans Ende gegangen ist. &#8211; Man denkt bei diesem [A]bbrechen auch an die Bauweise der S&uuml;ditaliener: Neubauten halbvollendet lange stehen zu lassen. Auch an die pragmatische Gesinnung: Diskutieren doch zuletzt als eine zu nichts verpflichtende rhetorische Schule zu nehmen. Der Italiener begibt sich in die Praxis wie in seine wahre R&ouml;merheimat zur&uuml;ck, der Deutsche in die Diskussion wie in seine warme gotische Stube hinein. &#8211; Russische Diskussion ist durch den enormen Anteil des Kollektivs an ihr sehr ver&auml;ndert worden. Der Deutsche geht jusqu&#039;au bout &#8211; der Italiener bricht ab, der Franzose endet in einer Vignette und Arabeske.<\/p>\n<p>&#8211; <a href=\"http:\/\/www.archive.org\/stream\/GesammelteSchriftenBd.6\/BenjaminGs6#page\/n195\/mode\/2up\">Walter Benjamin<\/a> &#8211;<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einerseits oberfl&auml;chlich. Aber auf der anderen Seite mit einem sicheren Instinkt daf&uuml;r, da&szlig; &raquo;aufh&ouml;ren&laquo; bei allen guten Dingen ein &raquo;abbrechen&laquo; sein mu&szlig;. So wie man willk&uuml;rlich (schlie&szlig;lich) beim Malen eines Bildes, beim Dichten einer Dichtung ein Ende setzt, so tun sie es[,] aus einer tiefen Erfahrung vom Wesen des k&uuml;nstlerischen Verhaltens heraus, beim Diskutieren. Und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-1427","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1427"}],"version-history":[{"count":7,"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1558,"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1427\/revisions\/1558"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1427"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1427"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1427"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}