{"id":179,"date":"2005-10-19T00:20:00","date_gmt":"2005-10-18T22:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.de\/nb\/?p=179"},"modified":"2005-10-19T00:20:00","modified_gmt":"2005-10-18T22:20:00","slug":"zur-sprache-kommen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2005\/10\/19\/zur-sprache-kommen\/","title":{"rendered":"Zur Sprache kommen"},"content":{"rendered":"<p>Wann hat der Mensch angefangen, zu sprechen? Vom Linguisten Jean-Marie Hombert gibt es im <a href=\"http:\/\/www.nouvelobs.com\/articles\/p2136\/a279994.html\">Nouvel Observateur<\/a> eine sch\u00f6ne Zusammenfassung der aktuellen Forschung dazu. <!--more-->Die Urspr\u00fcnge der Sprache liegen zehn- bis hunderttausend Jahre zur\u00fcck, meinen Linguisten ebenso wie Genetiker. Das ist eine weit gestreckte Zeitspanne, aber genauer l\u00e4\u00dft es sich nicht ausmessen, sagt Hombert, ebenso wie die Frage unbeantwortet bleiben muss, ob es eine Ur-Muttersprache gegeben hat, oder nicht doch mehrere.<\/p>\n<p>Aber es gibt ein paar Indizien daf\u00fcr, wie die Entwicklung von einfachen Lauten, \u00fcber die auch Menschenaffen verf\u00fcgen, hin zu einem komplexen System von Lexik und Syntax vorangekommen sein k\u00f6nnte: Zum einen durch die Entdeckung, dass man T\u00f6ne, W\u00f6rter und Silben Bedeutungen haben k\u00f6nnen, die man auch ausdifferenzieren und verfeinern kann. Eine solche &#8222;lexikalische Explosion&#8220; kann man bei jedem Kleinkind beobachten, wenn die Sprechentwicklung auf einmal nach der schleppenden Fr\u00fchphase an Tempo zunimmt.<\/p>\n<p>Zum anderen durch die gestiegene Komplexit\u00e4t der Anforderungen, denen sich der <i>homo sapiens<\/i> gegen\u00fcber sah: Ein Beispiel daf\u00fcr ist das Auftauchen des Menschen in Australien. Die ersten Menschen, denen das gelang, mu\u00dften gro\u00dfe Strecken \u00fcber das Meer zur\u00fccklegen, und dazu mu\u00dften sie Informationen sammeln und verarbeiten. Das geht nur \u00fcber Kommunikation: &#8222;Um eine solche \u00dcberfahrt zu riskieren, muss man sich austauschen. Die Schimpansen, die im Wald blieben, haben nie diese Notwendigkeit einer Sprache erfahren.&#8220;<\/p>\n<p>Und dennoch sterben die Sprachen aus: Von den 6.000 Sprachen, die im Gebrauch sind, werden 5.000 in den n\u00e4chsten hundert Jahren verschwinden. Mit dem Verschwinden einer Ausdrucksweise geht auch eine M\u00f6glichkeit verloren, die Welt zur Sprache zu bringen. Oder kehrt alles dann doch nur zu wieder zu einer Muttersprache zur\u00fcck?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wann hat der Mensch angefangen, zu sprechen? Vom Linguisten Jean-Marie Hombert gibt es im Nouvel Observateur eine sch\u00f6ne Zusammenfassung der aktuellen Forschung dazu.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-179","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/179","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=179"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/179\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=179"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=179"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=179"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}