{"id":203,"date":"2005-11-09T14:53:55","date_gmt":"2005-11-09T12:53:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=203"},"modified":"2005-11-09T16:00:17","modified_gmt":"2005-11-09T14:00:17","slug":"leben-in-betas","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2005\/11\/09\/leben-in-betas\/","title":{"rendered":"Leben in Betas"},"content":{"rendered":"<div>\n\t<a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/15613436@N00\/61542901\/\" title=\"Photo Sharing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/static.flickr.com\/30\/61542901_9375d8b106_m.jpg\" width=\"240\" height=\"136\" alt=\"Measure Map\" \/><\/a>\n<\/div>\n<p>Irgendwann wird jemand mal eine Untersuchung \u00fcber die Betaisierung der Internet-Kultur schreiben m\u00fcssen: Keiner traut sich ja mehr, irgendein Produkt als &#8222;fertig&#8220; zu deklarieren, selbst wenn es schon Monate auf dem Markt ist.  Wie bei Eltern, die den &#8222;Baby an Bord&#8220;-Aufkleber nicht mehr vom Heck abkratzen m\u00f6chten: &#8222;Bitte nicht zu ruppig, wir sind noch so klein.&#8220; Andererseits sind alle Einladungs-Junkies, jeder will so fr\u00fch wie m\u00f6glich den Produkten unter die Haube schauen k\u00f6nnen.<!--more--><br \/>\n<br \/>\nIch komme auf das Thema \u00fcber einen Artikel von <a href=\"http:\/\/www.veen.com\/jeff\/archives\/000804.html\">Jeffrey Veen<\/a>, Mitgr\u00fcnder des Beratungsunternehmens <a href=\"http:\/\/www.adaptivepath.com\">Adaptive Path<\/a>, das gerade ein nettes Tracking-Tool f\u00fcr Weblogs gelauncht haben (dazu gleich mehr). Der macht sich auch erst mal lustig \u00fcber die Einladungskultur &#8211; und die speziellen Neurosen, die dadurch entstehen: &#8222;I used to get invited to all the cool betas&#8220;, steht <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/blackbeltjones\/21126863\/\">auf einem T-Shirt<\/a> f\u00fcr jemand, der keinen Zugang zur <a href=\"http:\/\/www.odeo.com\">Odeo<\/a>-Beta bekommen hat.<\/p>\n<p>Aber dann bringt er auch ein paar gute Argumente daf\u00fcr, ein neues Produkt erst mal f\u00fcr einen kleinen Nutzerkreis zu starten: Der Launch ist skalierbar, man kann in Ruhe erst mal die erste Resonanz auswerten, ohne sich um technische Nickligkeiten wie zusammenbrechende Server k\u00fcmmern zu m\u00fcssen (oder um die Frage, was man mit den \u00fcberfl\u00fcssigen Kapazit\u00e4ten macht, wenn die Nachfrage \u00fcbersch\u00e4tzt wurde). Ein Nutzerkreis, der das Gef\u00fchl hat, zu den &#8222;chosen few&#8220; zu geh\u00f6ren, ist meist auch enthusiastischer bei der Sache. Andererseits ist es auch sinnvoll, Au\u00dfenstehende mit einzubeziehen, um sich nicht nur gut gemeintes Schulterklopfen von Kumpels und Kollegen abzuholen.<\/p>\n<p>Bei den vielen Beta-Launches, zu denen man im Moment eingeladen wird, f\u00fchlt man sich allerdings ein bi\u00dfchen wie in der Uni-Mensa, wenn von links und rechts die Party-Flyer auf einen einprasseln. (Und wenn das x-te &#8222;Golden Ticket&#8220; von WordPress.com in der Mailbox landet, merkt man, dass das mit der Exklusivit\u00e4t nicht so weit her ist.)<\/p>\n<p>Auf Veens Artikel bin ich deswegen gekommen, weil ich eine Einladung zum (ha!) Alpha-Test f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.measuremap.com\">Measure Map<\/a> bekommen habe. (Alpha is sowieso the new Beta!). Das ist ein kleines, smartes Tool, um die Nutzungszahlen des eigenen Weblogs zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n<div>\n\t<a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/15613436@N00\/61542903\/\" title=\"Photo Sharing\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/static.flickr.com\/32\/61542903_005c1cdeb6_m.jpg\" width=\"240\" height=\"109\" alt=\"Measure Map\" \/><\/a>\n<\/div>\n<p>Wer schon Zugriff auf die eigenen Server-Logs hat oder entsprechende Plug-Ins nutzt, wird da nicht viel Neues erfahren (im Moment eher weniger), aber die Pointe liegt auch in der Aufbereitung: Dank Flash und Ajax gibt es da h\u00fcbsche kleine Grafiken, Weltkarten und Kurven anzusehen. Das ist auf jeden Fall wesentlich \u00fcbersichtlicher und charmanter als die Datenw\u00fcsten, durch die ich mich bei meinem Provider immer klicken muss, und es sieht auch smarter aus als bei den meisten anderen Tools, die ich sonst kenne. Das ist wohl auch die Absicht der Measure-Map-Macher, die sich die &#8222;user experience&#8220; auf ihre Fahnen geschrieben haben. Es geht (zumindest in der Alpha-Phase) nicht darum, das definitive Statistik-Werkzeug zur Verf\u00fcgung zu stellen, sondern eins, das leicht und angenehm zu nutzen ist.<\/p>\n<p>Bisher beschr\u00e4nkt man sich allerdings auf ein paar Basisdaten, und wer die Nutzungsgewohnheiten seiner Leser detaillierter kennen lernen will, wird wahrscheinlich noch einige W\u00fcnsche offen haben.  (Eine gute Zusammenfassung, f\u00fcr ein Alpha-Projekt vielleicht etwas zu kritisch, findet sich <a href=\"http:\/\/www.basicthinking.de\/blog\/2005\/11\/09\/measure-map-zwischenbericht\/\">hier<\/a>.)<\/p>\n<p>Was man mit den Daten anf\u00e4ngt, bleibt einem selbst \u00fcberlassen, aber in einem <a href=\"http:\/\/www.veen.com\/jeff\/archives\/000799.html\">weiteren Artikel<\/a> in Veens Blog gibt&#8217;s ein paar Anhaltspunkte. Die APIs sollen verf\u00fcgbar gemacht werden, ein Widget f\u00fcr den Mac gibt es wohl auch schon &#8230; Wir werden sehen.<\/p>\n<p>So, und wo geht&#8217;s jetzt nur n\u00e4chsten Beta-Party?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Irgendwann wird jemand mal eine Untersuchung \u00fcber die Betaisierung der Internet-Kultur schreiben m\u00fcssen: Keiner traut sich ja mehr, irgendein Produkt als &#8222;fertig&#8220; zu deklarieren, selbst wenn es schon Monate auf dem Markt ist. 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