{"id":418,"date":"2006-03-28T07:52:41","date_gmt":"2006-03-28T06:52:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=418"},"modified":"2006-03-28T14:44:58","modified_gmt":"2006-03-28T13:44:58","slug":"whisteblowing","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2006\/03\/28\/whisteblowing\/","title":{"rendered":"Whistleblowing"},"content":{"rendered":"<p>Ich kann an der Diskussion um <a href=\"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=416\">das Verhalten von Transparency Deutschland<\/a> nichts Komisches mehr finden. Dabei geht es ja eigentlich um eine ganz simple Sache, n\u00e4mlich ob man Kritik oder einfach nur pers\u00f6nliche Entt\u00e4uschung \u00fcber etwas formulieren darf, ohne daf\u00fcr mit juristischen Drohgeb\u00e4rden gema\u00dfregelt zu werden. Selbst wenn Moni, die Gedankentr\u00e4gerin, mit ihrem Bericht v\u00f6llig falsch gelegen h\u00e4tte, und selbst wenn man ihr ein halbes Dutzend Fehler und Vers\u00e4umnisse nachweisen k\u00f6nnte: Ihr \u00c4rger \u00fcber das Pech der Freundin klingt mir um ein Vielfaches aufrichtiger, ernsthafter und engagierter als <a href=\"http:\/\/www.rainersacht.de\/2006-03\/solidaritat-mit-moni.php\">die Reaktionen<\/a>, die man von <a href=\"http:\/\/www.transparency.de\">TI-D<\/a> zu <a href=\"http:\/\/www.boocompany.com\/index.cfm\/content\/story\/id\/13554\/\">sehen bekommt<\/a>. Da lese ich nur Arroganz, Einsch\u00fcchterungsgehabe und dickb\u00e4uchiges Aussitzenwollen.<!--more--><\/p>\n<p>Es ist diese Arroganz, die mich am meisten aufregt an der Geschichte. Dass es Kritikresistenz und Aufplustertum auch in B\u00fcrgerinitiativen und NGOs gibt, ist ja meinetwegen nichts Neues, aber es nervt doch immer wieder sehr, vor allem da, wo es ja eigentlich redliche Anliegen zu diskreditieren droht. Und es mag sein, dass man es einem Arbeitgeber nicht verdenken kann, wenn er Details eines Arbeitsverh\u00e4ltnisses nicht an die \u00d6ffentlichkeit gezerrt haben will. Aber dieser Tonfall des \u00dcbers-Maul-Fahrens, dieser Verzicht auf Dialog, Argumente, Stil und Grammatik, das pa\u00dft nicht zu einer Organisation, die sich Transparenz auf die Fahnen geschrieben hat. Und auch nicht <a href=\"http:\/\/unkreativ.twoday.net\/stories\/1752536\/\">solche S\u00e4tze<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>TI-D wird Personalangelegenheiten nicht in der \u00d6ffentlichkeit diskutieren, auch wenn die Angelegenheit dann in einem anderen Licht erscheinen w\u00fcrde.<\/p><\/blockquote>\n<p>Wenn einem daran gelegen ist, dass es eine lebendige demokratische Kultur gibt, dann sollte man drauf achten, dass die nicht nur \u00fcber, sondern auch in den Initiativen und Projekten stattfindet. Ich bin diesem Tonfall zu oft begegnet, und er hat viel zu viele unsch\u00f6ne Geschichten orchestriert, als dass ich das Bruhaha um Transparency jetzt so einfach links liegen lassen k\u00f6nnte. Es gibt manche M\u00fccken, die man zu Elefanten aufblasen muss, weil sie sonst keiner mehr bemerkt, und ich m\u00f6chte schon wissen, wie so eine Organisation damit umgeht, wenn solche Dinge mal \u00fcber die eigenen vier W\u00e4nde hinausdringen.<\/p>\n<p>Komisch finde ich allenfalls einen Aspekt, n\u00e4mlich dass es ausgerechnet gestern in den etablierten Medien nur eine Meldung zu Transparency gab, und dass die sich auf die Einrichtung einer <a href=\"http:\/\/www.baz.ch\/news\/index.cfm?ObjectID=3B768A01-1422-0CEF-70EDB384CC5F39A0\">Whistleblower Hotline<\/a> durch das Schweizer Chapter bezog. Whistleblower, lernen wir da, sind Menschen, die &#8222;llegale oder unethische Praktiken am Arbeitsplatz aufdecken&#8220;. In der Schweiz jedenfalls will man jetzt daf\u00fcr sorgen, dass jemand, der Kritik an Arbeitsverh\u00e4ltnissen \u00fcbt, keine Angst vor unangemessenen rechtlichen Sanktionen haben muss. Mir scheint, das deutsche Chapter k\u00f6nnte in der Schweiz noch was lernen.<\/p>\n<p>Nachtrag: Wenn schon sch\u00e4big, dann richtig. Laut <a href=\"http:\/\/focus.msn.de\/digital\/netguide\/transparency-international_nid_26808.html\">Focus<\/a> gibt es eine Pressemitteilung von Transparency. Auf der Website ist sie nicht zu finden, aber vielleicht ist das auch gut so, denn darin werden laut <em>Focus<\/em> &#8222;die angeblich so sch\u00fctzenswerten Personalangelegenheiten detailliert ausgebreitet&#8220;. (Warum die Pressemitteilung nicht mehr zu finden ist, wird in einem Kommentar <a href=\"http:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2006\/03\/28\/kein-zitat\/\">beim Lawblog<\/a> angedeutet:<\/p>\n<blockquote><p>ein Mitarbeiter, der sich nicht zitieren lassen will, sagt, da\u00df es in einer Telephonkonferenz heute morgen einen Vorstandsbeschlu\u00df gab, der die R\u00fccknahme der Pressemitteilung zur Folge hatte. Man will jetzt die &#8222;K\u00f6pfe einstecken und das Gewitter \u00fcber sich hinwegziehen lassen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>So viel zum Thema Transparenz bei Transparency Deutschland &#8230; )<\/p>\n<p>Nachtrag 2: Und da ja nichts wirklich verloren geht, ist auch die <a href=\"http:\/\/rebellmarkt.blogger.de\/stories\/416738\/\">Pressemitteilung<\/a> wieder aufgetaucht. Es pa\u00dft nat\u00fcrlich ins Bild, dass sich die darin geschilderte Version der Vorf\u00e4lle letztlich kaum unterscheidet von dem, was Moni vorher geschrieben hatte. Wie war das noch mal mit dem Esel und dem Glatteis?<\/p>\n<p> (Und wer jetzt gar nicht wei\u00df, worum es geht, kann das Wichtigste <a href=\"http:\/\/wasweissich.twoday.net\/stories\/1754002\/\">hier<\/a>, <a href=\"http:\/\/wirres.net\/article\/articleview\/3566\/1\/6\/\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.lawblog.de\/index.php\/archives\/2006\/03\/27\/gestortes-verhaltnis\/\">hier<\/a> noch mal nachlesen.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich kann an der Diskussion um das Verhalten von Transparency Deutschland nichts Komisches mehr finden. Dabei geht es ja eigentlich um eine ganz simple Sache, n\u00e4mlich ob man Kritik oder einfach nur pers\u00f6nliche Entt\u00e4uschung \u00fcber etwas formulieren darf, ohne daf\u00fcr mit juristischen Drohgeb\u00e4rden gema\u00dfregelt zu werden. 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