{"id":466,"date":"2006-07-28T14:16:03","date_gmt":"2006-07-28T11:16:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=466"},"modified":"2006-07-28T14:16:03","modified_gmt":"2006-07-28T11:16:03","slug":"landis","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2006\/07\/28\/landis\/","title":{"rendered":"Landis"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Es gibt sicherlich heute keinen Rennfahrer, der heute mehr Respekt verdient hat als da vorne Floyd Landis.<\/p>\n<p>&#8211; Rolf Aldag am 20.7.2006<\/p><\/blockquote>\n<p>So \u00fcberraschend wie jetzt alle tun, ist der Fall Landis nat\u00fcrlich nicht. Man muss ja nur mal zur\u00fcckbl\u00e4ttern in der Berichterstattung und dann sieht man schnell, wie bem\u00fcht viele in der Radsport-Szene waren, den unglaublichen Ausrei\u00dfversuch auf der 17. Etappe als etwas darzustellen, was durchaus im Rahmen des M\u00f6glichen sei. Das laute Entsetzen ist wohl auch darum so gross, weil das Doping-Delikt, dass da aufgeflogen zu sein scheint, so bl\u00f6d klingt. Testosteron? Sollte Landis im Ernst geglaubt haben, mit sowas durchzukommen?<!--more--><\/p>\n<p>Im Nachhinein k\u00f6nnte man nun auch noch \u00fcber die \u00fcbrigen Etappen spekulieren, das vorsichtige Taktieren, den bewu\u00dft kalkulierten Verlust des gelben Trikots und den seltsamen Kompletteinbruch auf Etappe 16. Bei allen Spekulationen m\u00fc\u00dfte dann aber auffallen, dass es immer schwieriger ist, an den Mythen festzuhalten, die der Sport braucht, weil er dazu zu nahe an die Realit\u00e4t heranr\u00fcckt. Radsportlern (und Leistungssportlern \u00fcberhaupt) wird zur Zeit mit dem gleichen grunds\u00e4tzlichen Mi\u00dftrauen begegnet wie Politikern. Und trotzdem werden beide vom Stra\u00dfenrand aus beklatscht, wo immer sie auftauchen.<\/p>\n<p>Bei all den rhetorischen Nebelkerzen, die jetzt geworfen werden, ist es auch ganz interessant, zu sehen, welche Nebenschaupl\u00e4tze sich so auftun. Ganz interessant zum Beispiel, wie bei der ARD das Ringen um die Deutungshoheit zum Thema Doping verl\u00e4uft. Wann immer Hajo Seppelt einen investigativen Beitrag machen darf, kann man sicher sein, dass nur kurz darauf sein vermeintlicher Intimfeind Hagen Bo\u00dfdorf mit einem Kommentar nachlegt. Beim ZDF will Chefredakteur Nikolaus Brender dagegen gar keine Tour mehr zeigen: &#8222;Wir haben einen Fernsehvertrag \u00fcber eine Sportveranstaltung und nicht \u00fcber eine Pharma-Leistungsschau abgeschlossen.&#8220; Wobei Brender vielleicht nicht so sehr die Leistungsschau an sich \u00e4rgert, das kann man beim ZDF ja \u00f6fter haben, sondern dass man kein Geld daf\u00fcr gesehen hat.<\/p>\n<p>Bei all den Rufen um rechtliche Konsequenzen und staatliches Eingreifen ist mir aber nicht klar, wie die juristische Konstruktion aussehen soll. Frankreich, Italien und Spanien werden immer als Vorbilder erw\u00e4hnt, aber da gibt es ja durchaus unterschiedliche Ans\u00e4tze, und auch die Erfolge sind sehr unterschiedlich. Aussichtsreicher scheint mir da eher ein Ansatz, der vor Jahren mal <a href=\"http:\/\/www.aerztezeitung.de\/docs\/1998\/02\/06\/023a2701.asp\">in der \u00c4rztezeitung erw\u00e4hnt wurde<\/a>, von dem ich gerne mal w\u00fc\u00dfte, wie weit der diskutiert worden ist.<\/p>\n<blockquote><p>Um zu verhindern, da\u00df neue Mittel heimlich genommen werden, wodurch sich der Athlet einen Vorteil gegen\u00fcber seinen Mitkonkurrenten verschafft, sollte es obligatorisch gemacht werden, da\u00df bei den \u00fcblichen Doping-Kontrollen alle Medikamente, die in einem bestimmten Zeitraum vor der Kontrolle eingenommen wurden, aufgelistet werden. Wem nachgewiesen wird, da\u00df er ein Mittel &#8211; welches nicht auf der Doping-Liste steht &#8211; eingenommen hat, das er aber nicht aufgelistet hat, dem wird unlauterter Wettbewerb unterstellt und er wird wie bei einem &#8222;echten Doping&#8220; bestraft.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das funktioniert nat\u00fcrlich nur mit Methoden und Mitteln, die auch tats\u00e4chlich nachweisbar sind, aber die Grundidee, eine v\u00f6llige Transparenz einzuf\u00fchren, finde ich nicht schlecht. Ein dopender Sportler will sein Tun ja nicht nur vor den Fahndern verheimlichen, sondern auch vor der Konkurrenz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt sicherlich heute keinen Rennfahrer, der heute mehr Respekt verdient hat als da vorne Floyd Landis. &#8211; Rolf Aldag am 20.7.2006 So \u00fcberraschend wie jetzt alle tun, ist der Fall Landis nat\u00fcrlich nicht. 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