{"id":475,"date":"2006-08-04T02:01:01","date_gmt":"2006-08-03T23:01:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=475"},"modified":"2006-08-07T12:38:18","modified_gmt":"2006-08-07T09:38:18","slug":"death-from-above","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2006\/08\/04\/death-from-above\/","title":{"rendered":"Death From Above"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/72795424@N00\/\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/static.flickr.com\/68\/194139656_a906b33820_m_d.jpg\" alt=\"Beirut\" \/><\/a>In der Nacht vom 15. auf den 16. Juni, w\u00e4hrend eines Angriffs der israelischen Luftwaffe, ging <a href=\"http:\/\/www.kerbaj.com\">Mazen Kerbaj<\/a> auf den Balkon seines Hauses in Beirut. Er nahm seine Trompete mit, und w\u00e4hrend um ihn herum die Bomben fielen, fing er an, zu improvisieren: Ein verzweifelter Versuch, mit dem Schrecken den Dialog aufzunehmen. <\/p>\n<p>Sechseinhalb Minuten dieses Versuchs (von etwa vierzig insgesamt) hat er <a href=\"http:\/\/mazenkerblog.blogspot.com\/2006\/07\/other-websites.html\">ins Web gestellt<\/a> bzw. auf befreundeten Websites unterbringen lassen, mehr geht eben nicht, wenn man nur noch eine Dial-Up-Verbindung zur Verf\u00fcgung hat. Es ist eine beklemmende Improvisation, Kerbajs Trompete ist nur ein mal \u00e4ngstliches, mal trotziges Fl\u00fcstern und Schnaufen gegen die pl\u00f6tzlich hereinbrechenden Donnerschl\u00e4ge, auf die das Gezwitscher der Alarmanlagen folgt. Und im Hintergrund zirpen die Grillen, als w\u00e4r&#8217;s die sch\u00f6nste Mittelmeer-Nacht. Das schlimmste ist aber die unertr\u00e4gliche Spannung, die in den langen Pausen zwischen den Explosionen eintritt. Man ahnt pl\u00f6tzlich, was es hei\u00dft, in einer Stadt auszuharren, \u00fcber der pl\u00f6tzlich mehrere Tonnen Sprengstoff niedergehen.<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>The problem of not being able to hear the huge silences over the 40 minutes is awful. i think it is the most important part. this fucking silence.<\/p><\/blockquote>\n<p>Kerbaj bloggt auch, und er zeichnet, und wenn seine Internet-Verbindung es zul\u00e4\u00dft, dann kann man <a href=\"http:\/\/mazenkerblog.blogspot.com\/\">die Texte hier<\/a> und die Bilder hier finden.<\/p>\n<p>Was haben die Piloten geh\u00f6rt, w\u00e4hrend sie \u00fcber Kerbajs Haus flogen? Sicher nichts, was der Stille zu viel Raum zugestanden h\u00e4tte. W\u00e4hrend des ersten Golfkrieges hie\u00df es mal, die amerikanischen und britischen Piloten hatten in den Soundsystems ihrer Bomber reichlich AOR-Schrott, aber auch bis dahin unverd\u00e4chtige Punk- und New-Wave-Ditties wie &#8222;Rock The Casbah&#8220; und &#8222;Killing An Arab&#8220;. In <em>Apocalypse Now<\/em> l\u00e4\u00dft Colonel Kilgore den Walk\u00fcrenritt spielen, wenn seine Jungs zum Angriff fliegen: &#8222;The boys love it. Scares the hell out of the &#8217;slopes.&#8220;<\/p>\n<p>Vor ein paar Jahren erschien ein Artikel in <a href=\"http:\/\/www.thewire.co.uk\">The Wire<\/a>, darin fand sich dieses Zitat von Wayne Kramer, Gitarrist von MC5:<\/p>\n<blockquote><p>We&#8217;re in this space music thing and we&#8217;re talking about the war and the human being lawnmower and everything, and the Chicago police helicopters starting buzzing us. They were coming down on top of us, and the helicopter sound fit in with what I was playing on guitar: Yeah, it&#8217;s perfect, man, waaaaahhh!<br \/>\n&#8211; Wayne Kramer, Gitarrist der MC5, \u00fcber ein Konzert 1968<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber die wollten damals nur spielen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Nacht vom 15. auf den 16. 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