{"id":485,"date":"2006-08-25T17:23:42","date_gmt":"2006-08-25T14:23:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=485"},"modified":"2006-08-25T17:23:42","modified_gmt":"2006-08-25T14:23:42","slug":"shameless-self-promotion","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2006\/08\/25\/shameless-self-promotion\/","title":{"rendered":"Shameless Self Promotion"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>Just stop buying your albums from the supermarkets<br \/>\nThey only sell things that have charted<br \/>\n&#8211; Art Brut<\/p><\/blockquote>\n<p>Noch so eine Plattform, die ein Gesch\u00e4ftsmodell auf Mundpropaganda und Empfehlungsmarketing ausrichten will. Via <a href=\"http:\/\/www.sellaband.com\">SellaBand<\/a> k\u00f6nnen Bands und Musiker ein Profil anlegen und Fans davon \u00fcberzeugen, Anteile von jeweils $10 zu erwerben. Wer $50.000 zusammen hat, bekommt einen Studiotermin vermittelt und kann eine CD produzieren und vermarkten lassen. Falls sich das Ding verkauft, werden die Erl\u00f6se unter Bands und Fans aufgeteilt.<!--more--><\/p>\n<p>F\u00fcr manche Bands mag das auf den ersten Blick ganz verf\u00fchrerisch klingen: Aufbau einer Fan-Basis, noch bevor es eine Ver\u00f6ffentlichung gibt, Vorfinanzierung einer Produktion durch die Fans, nicht durchs Label, damit ein bisschen mehr kreative Kontrolle. &#8222;No strings attached&#8220; verspricht die Website. Dass die Modalit\u00e4ten allerdings nicht ganz ohne Stolperf\u00e4den kommen, darauf ist im <a href=\"http:\/\/www2.spreeblick.com\/2006\/08\/20\/sell-a-band-indeed\/\">Spreeblick<\/a> ja schon ausreichend hingewiesen worden. Aber auch dar\u00fcberhinaus kann ich nicht erkennen, wof\u00fcr man eine Website wie SellaBand wirklich brauchen sollte. Was k\u00f6nnte so eine Plattform im besten Fall anderes sein als ein musikalischer Supermarkt, ein Gemischtwarenladen ohne Fokus und Profil? Der Versuch, eine Community von Musikern aufzubauen, deren einziges gemeinsames Merkmal ist, dass sie alle noch unbekannt sind, das hat schon bei MP3.com und BeSonic nicht besonders gut funktioniert. Das Dilemma dieser Plattformen ist: Wenn sie gro\u00df und umfassend sein wollen, dann sind sie rasch so aufgebl\u00e4ht, dass eine Seite dort auch nicht praktischer ist als eine Demo-CD, die auf dem Schreibtisch eines A&#038;R-Agenten vergammelt. (Mal abgesehen davon, dass die Demo-CD in der Regel sogar billiger kommen d\u00fcrfte als die $50.000, die SellaBand sehen will.) Oder sie bleiben so klein und \u00fcberschaubar, dass man auch eine realistische Chance hat, gefunden zu werden. Dann wird aber auch die Zahl der Nutzer, die vorbeischauen, eher gering sein, und das bringt nur dann was, wenn es sich dabei um ein Publikum handelt, dass an der Sache wirklich interessiert ist.<\/p>\n<p>In den Spreeblick-Kommentaren werden als Beispiele die Einst\u00fcrzenden Neubauten und Marillion genannt, die auf eigene Faust schon mal \u00e4hnliche Projekte lanciert haben, und selbst auf dem direkten Weg von Band zu Fan hat es, nach allem was man lesen kann, eher m\u00e4\u00dfig funktioniert. In beiden F\u00e4llen ging&#8217;s nicht mal um Newcomer, sondern in Bands, die in ihren jeweiligen Szenen das haben, was man so gerne &#8222;Kultstatus&#8220; nennt. &#8222;Kult&#8220; ist man, wenn die Beziehung zwischen K\u00fcnstler und Publikum in ein komplexes Netzwerk von Gesten, Querverweisen und Symbolen hineingewachsen ist, so dass auch die banalste \u00c4u\u00dferung noch Relevanz bekommt.<\/p>\n<p>Um das zu erreichen, hilft einem SellaBand relativ wenig, und jede noch so amateurhaft zusammengezimmerte MySpace-Website wesentlich mehr. Man k\u00f6nnte SellaBand h\u00f6chstens als internetf\u00f6rmige Variante der Casting-Shows sehen, aber daf\u00fcr ist das Look &#038; Feel der Plattform viel zu langweilig. Bliebe allenfalls noch der Aspekt, SellaBand als ein nettes Tool zum Fund-Raising einzusetzen, aber da gibt&#8217;s doch auch schon Alternativen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Just stop buying your albums from the supermarkets They only sell things that have charted &#8211; Art Brut Noch so eine Plattform, die ein Gesch\u00e4ftsmodell auf Mundpropaganda und Empfehlungsmarketing ausrichten will. Via SellaBand k\u00f6nnen Bands und Musiker ein Profil anlegen und Fans davon \u00fcberzeugen, Anteile von jeweils $10 zu erwerben. 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