{"id":505,"date":"2006-09-22T14:02:36","date_gmt":"2006-09-22T11:02:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=505"},"modified":"2006-09-22T14:04:19","modified_gmt":"2006-09-22T11:04:19","slug":"vier-tage-mit-francois-weyergans","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2006\/09\/22\/vier-tage-mit-francois-weyergans\/","title":{"rendered":"Vier Tage mit Fran\u00e7ois Weyergans"},"content":{"rendered":"<p>Fran\u00e7ois Weyergans kommt im Oktober auf <a href=\"http:\/\/www.dumontliteratur.de\/index.php?page=getlesung_list.php&#038;author=Fran%E7ois%20Weyergans\">eine kurze Lesereise<\/a> nach Deutschland. Weyergans kennt man hier bestenfalls als den Schriftsteller, dem es im vergangenen Jahr gelang, beim renommierten <a href=\"http:\/\/www.academie-goncourt.fr\/\">Prix Goncourt<\/a> Michel Houellebecq auszustechen. <\/p>\n<p>Nun ist das mit dem Goncourt ein wenig wie mit dem Nobelpreis: Als Ausweis literarischer Qualit\u00e4t kann man ihn nicht immer gelten lassen, er ist eher ein Sensorium f\u00fcr die Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse im franz\u00f6sischen Literaturbetrieb. Aber mit Weyergans&#8216; Roman <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/2246545919?ie=UTF8&#038;tag=nightlybuilds-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=2246545919\">Trois jours chez ma mere<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=nightlybuilds-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=2246545919\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> hat es tats\u00e4chlich mal einen Guten erwischt. Inzwischen gibt&#8217;s das Buch <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3832179860?ie=UTF8&#038;tag=nightlybuilds-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3832179860\">auch auf deutsch<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=nightlybuilds-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3832179860\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> (was den Anla\u00df f\u00fcr Weyergans&#8216; kleine Tournee bietet), \u00fcbersetzt hat es Bernd Schwibs, der immerhin auch schon <a href=\"http:\/\/www.suhrkamp.de\/autoren\/autor.cfm?id=4498\">Mitterand, Bourdieu und Deleuze\/Guattari<\/a> ins Deutsche \u00fcbertragen und bei Weyergans, soweit ich das nach fl\u00fcchtigem Durchbl\u00e4ttern beurteilen kann, eine gute wohltuend solide Arbeit geleistet hat. (Das ist im Haus DuMont, wie Daniel-Pennac-Anh\u00e4nger wissen, leider keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.)<\/p>\n<p>Das Buch erz\u00e4hlt die Geschichte eines Autors, der mit dem Schreiben eines Romans nicht fertig wird und dessen Blockade noch in der Sorge um seine Mutter verst\u00e4rkt wird. Schwierigkeiten beim Schreiben sind nun kein neues Thema, aber Weyergans macht daraus ein Spiegelkabinettst\u00fcckchen, mit so vielen fr\u00f6hlichen Facetten und promisken Prismen, dass man als Leser mit viel Am\u00fcsement und wachsender Sympathie durch diesen Irrgarten eines literarischen Cavaliers taumelt.<\/p>\n<p>Wer will, kann das ganze dann ausdeuten als satirische Dekonstruktion \u00f6dipaler und narzi\u00dftischer Schreibvoraussetzungen, \u00fcber Selbstreflexion \u00fcber den inneren Zusammenhang von literarischer Produktion und sexuellem Begehren. Aber eigentlich, glaube ich, geht es nur darum, dass drei Tage, die man mit seiner Mutter verbringt, manchmal mehr Gewicht haben als die blo\u00dfe <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3499243385?ie=UTF8&#038;tag=nightlybuilds-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3499243385\">M\u00f6glichkeit einer Insel.<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=nightlybuilds-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3499243385\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fran\u00e7ois Weyergans kommt im Oktober auf eine kurze Lesereise nach Deutschland. Weyergans kennt man hier bestenfalls als den Schriftsteller, dem es im vergangenen Jahr gelang, beim renommierten Prix Goncourt Michel Houellebecq auszustechen. 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