{"id":540,"date":"2006-12-19T13:32:40","date_gmt":"2006-12-19T10:32:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=540"},"modified":"2006-12-19T13:34:35","modified_gmt":"2006-12-19T10:34:35","slug":"spex","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2006\/12\/19\/spex\/","title":{"rendered":"Spex"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/static.flickr.com\/87\/327038868_07dac17387_o.jpg\" alt=\"Spex\" \/> <a href=\"http:\/\/www.spex.de\">Spex<\/a> war einer der Gr\u00fcnde, warum ich nach K\u00f6ln gegangen bin. Vielleicht sogar der wichtigste, immerhin war das damals die Zeit, wo man die wesentlichen Ma\u00dfst\u00e4be aus den musikalischen und \u00e4sthetischen Vorlieben entwickelte, und da war <em>Spex<\/em> ganz klar die Bibel und inszenierte sich auch so. Au\u00dferdem war darin das Versprechen enthalten, dass man etwas Besseres als Berlin oder M\u00fcnchen \u00fcberall finden kann. Man kann es ja heute, aus dem Blick zur\u00fcck, fast gar nicht mehr glauben, das es in K\u00f6ln damals wirklich echte Dynamik gab, die weniger mit der Stadt an sich zu tun hatte, sondern damit, dass es hier ein paar Freir\u00e4ume gab, die man noch besetzen konnt, buchst\u00e4blich und metaphorisch: Wide open spaces, post-<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Herstatt\">Herstatt-Bankrott<\/a>, pr\u00e4-Medienhype.<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>Es hat in der Vergangenheit ein gutes St\u00fcck der Seele von Spex ausgemacht, diese explizit K\u00f6lner Stimme zu haben. Man hat das Heft sehr mit K\u00f6ln verbunden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sagt <a href=\"http:\/\/zuender.zeit.de\/2006\/21\/spex\">Uwe Viehmann<\/a>, und das war eine echte Wechselbeziehung, denn es hat auch ein St\u00fcck der Seele von K\u00f6ln ausgemacht, dass es hier solche Sachen wie <em>Spex<\/em> gab. Das ist lange her, mittlerweile ist vom Hype und dem \u00fcberall angedockten Glamour wenig mehr geblieben als der Titel einer Comedy-Hauptstadt. Jetzt <a href=\"http:\/\/www.spex.de\/web\/news.php?id=2362\">geht auch Spex nach Berlin<\/a>.<\/p>\n<p>Eigentlich k\u00f6nnte mir das egal sein, richtig gelesen habe ich die Zeitschrift seit Mitte der Neunziger nicht mehr, aber man soll den Helden der Vergangenheit wenigstens immer ein paar Kerzen bereithalten. Meine <em>Musik zur Zeit<\/em> kam in <em>Spex<\/em> nur noch am Rande vor. Aber sie kam immerhin vor, im Unterschied zu den anderen Musikmagazinchen, die konsequent an ihrer eigene \u00dcberfl\u00fcssigkeit weiterschreiben. Und die Sturheit, mit der die Redaktion an K\u00f6ln festgehalten hat, war mir immer sympathisch, weil das auch das Zeichen war, dass nicht jeder den langen Marsch nach Mitte mitmachen muss.<\/p>\n<p>Max Dax, der neue Chefredakteur, will jetzt <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/pt\/2006\/12\/16\/a0193.1\/text\">mehr Kontinuit\u00e4t als Bruch<\/a> bieten und an die alten Zeiten der Diederichsens, Drechslers und Scheurings ankn\u00fcpfen. Das wird mich nicht wirklich interessieren, weil es auch f\u00fcr ein komplettes Mi\u00dfverst\u00e4ndnis dessen steht, was die Zeitschrift wirklich ausgemacht hat, n\u00e4mlich das Feiern des Diskontinuierlichen und der Br\u00fcche in der Popkultur und in den Biographien, die davon ausgehen. &#8222;Alle Beteiligten haben <em>Spex<\/em> immer wieder aufgebaut und immer wieder kaputtgemacht; genau das war der Witz daran&#8220;, schreibt <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE\/Doc~EB3D5DD0228C74323917D6F3D3BB4EA2E~ATpl~Ecommon~Scontent.html\">Dietmar Dath<\/a>. Macht kaputt, was Euch Spass macht: Das ist der Kern jeder popul\u00e4ren Kultur, und die wesentlich aufregendere Haltung als Dax&#8216; larmoyante Beteuerung, ihm sei die Vorstellung schrecklich gewesen, &#8222;die Zeitschrift w\u00e4re wegen zu hoher Overhead-Kosten beerdigt worden&#8220;. So spricht ein Brand Manager, aber nicht jemand, der sich richtig einmischen will.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist das ein guter Zeitpunkt, die <em>Spex<\/em> endg\u00fcltig <em>ad acta<\/em> zu legen. Das ist schade, aber auch nicht besonders schlimm.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spex war einer der Gr\u00fcnde, warum ich nach K\u00f6ln gegangen bin. Vielleicht sogar der wichtigste, immerhin war das damals die Zeit, wo man die wesentlichen Ma\u00dfst\u00e4be aus den musikalischen und \u00e4sthetischen Vorlieben entwickelte, und da war Spex ganz klar die Bibel und inszenierte sich auch so. 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