{"id":569,"date":"2010-09-09T17:49:36","date_gmt":"2010-09-09T14:49:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=569"},"modified":"2011-01-04T14:39:54","modified_gmt":"2011-01-04T11:39:54","slug":"die-terrils-von-luttich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2010\/09\/09\/die-terrils-von-luttich\/","title":{"rendered":"Die Terrils von L\u00fcttich"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4101\/4762355032_2e7e71e0f1_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Terril du Gosson\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4101\/4762355032_2e7e71e0f1_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Terril du Gosson\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote>\n<p>&#8211; Sagen Sie, Monsieur Goffin, wohin f\u00fchren Sie uns? Wohin genau?<\/p>\n<p>&#8211; Nur bis an die Grenzen meines Territoriums.<\/p>\n<p>&#8211; Und dann?<\/p>\n<p>&#8211; Dann folgt ihr einem Stollen, der auch bis an den Fu\u00df der Halde Belle-Vue f\u00fchren wird, die oberhalb von Coronmeuse liegt, am Ortseingang von Herstal. Und dann m\u00fc\u00dft ihr nur noch zu Fu\u00df bis nach Haccourt laufen, ins Land der Hexen &#8230;<\/p>\n<p>[&#8230;]Die zwei Br\u00fcder gingen in den Stollen zur\u00fcck und das Tor schlo\u00df sich hinter ihnen. Die Silhouette von Hubert Goffin lie\u00dfen sie nicht aus den Augen. Der marschierte als F\u00fchrer vorneweg durch den Stollen und begann dabei mit einer merkw\u00fcrdigen Ortsf\u00fchrung.<\/p>\n<p>&#8211; Wir kommen hier in der N\u00e4he der Stollen von L&#8217;Esp\u00e9rance 3 vorbei, dann an Murebure und der Zeche Piron. Dort entlang geht es zur Zeche Gosson I, hier dr\u00fcben zu der von Horloz, und noch ein St\u00fcckchen weiter erreicht man die Zeche Braconnier&#8230; Dieser gro\u00dfe Tunnel links von Euch f\u00fchrt in den M\u00f6nchswald, und der hat wiederum eine Verbindung zur Zeche Bar, zum Vogelfeld und zur Zeche Xhorre&#8230;<\/p>\n<p>&#8211; Aber das ist ja riesig gro\u00df ! bemerkte Adrien.<\/p>\n<p>&#8211; Dieses Labyrinth wird von den Geistern all der Bergarbeiter erbaut und unterhalten, die seit dem 12. Jahrhundert in den Bergwerken von L\u00fcttich ums Leben gekommen sind &#8230; ihr m\u00fc\u00dft Euch vorstellen, dass hier Tausende in v\u00f6lliger Stille arbeiten.<\/p>\n<p>Der Tunnel f\u00fchrte links bergab. Unten angekommen, mu\u00dfte die Gruppe an einer Mauer entlang eine Wasserlache passieren, bevor der Stollen wieder nach oben f\u00fchrte.<\/p>\n<p>&#8211; Wenn ihr hier nach rechts geht, kommt ihr nach Naimette und Xhov\u00e9mont. Dahinter gibt es einen Ausgang am Fu\u00df der Halde Sainte-Barbe et Tonne.<\/p>\n<p>&#8211; Aber wozu all diese Tunnels? Alle Leute sagen, dass die Stollen der Bergwerke komplett eingest\u00fcrzt oder \u00fcberflutet sind! entgegnete Laurent.<\/p>\n<p>&#8211; Die Geister wollen die Gr\u00e4ber ihrer Schwestern und Br\u00fcder aus allen Jahrhunderten wiederfinden und pflegen. Diese Gemeinschaft ist mittlerweile sehr wichtig geworden.<\/p>\n<p>(aus Alain Voisot, <em>Les nuton de Condroz<\/em>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich hatte vor einigen Wochen in L\u00fcttich zu tun, und dabei fiel mir <a href=\"http:\/\/www.dricot.be\/html\/f\/livre.asp?book=703290\">dieses Buch<\/a> in die H\u00e4nde: <em>Les nutons de Condroz<\/em>, deutsch etwa &#8222;Die Kobolde des Condroz&#8220;, was wiederum der Name eines Landstrichs s\u00fcdwestlich von L\u00fcttich ist. (Wenn Ihnen der <a href=\"http:\/\/www.letour.fr\/indexFWH_us.html\">Wallonische Pfeil<\/a> was sagt: Der findet zum gro\u00dfen Teil dort statt.) Das Buch geh\u00f6rt ins un\u00fcbersehbare Feld regionaler Belletristik, in diesem Fall kein Heimatkrimi oder historischer Roman, sondern eine M\u00e4rchenerz\u00e4hlung, in der einige Ereignisse und Gestalten aus der Geschichte der Provinz L\u00fcttich eine Rolle spielen. Es ist ganz charmant geschrieben und nett zu lesen, besonders h\u00fcbsch fand ich aber die Passage, aus der der zitierte Abschnitt stammt: Da wird die verschwundene unterirdische Welt des Bergbaus im L\u00fctticher Revier zu einem hauntologischen Mikrokosmos, der entfernt an das Elysium der Dichter in Arno Schmidts <em>Tina<\/em> erinnert \u2013 eine melancholische Welt, in der das Leben nach dem Tod kein Privileg ist, sondern eine B\u00fcrde.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4065\/4714739505_79d5267eea_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Terril de Sainte-Barbe et Tonne\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4065\/4714739505_79d5267eea_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Terril de Sainte-Barbe et Tonne\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hubert Goffin, der Reiseleiter in dieser unterirdischen Welt, geh\u00f6rt ihr selbst an: Der <a href=\"http:\/\/liegecitations.wordpress.com\/2007\/02\/28\/liege_hubert_goffin_heros_liegeois_mine_beaujon\/\">historische Goffin<\/a> arbeitete Anfang des 19. Jahrhunderts im Bergwerk von Beaujonc und wurde zum Volksheld, als er w\u00e4hrend eines katastrophalen Wassereinbruchs freiwillig in der Mine zur\u00fcckblieb, um eingeschlossene Kumpel in Sicherheit zu bringen. Siebzig von \u00fcber 120 Kumpeln wurden gerettet, darunter auch Goffins zw\u00f6lfj\u00e4hriger Sohn, der sicher nicht der einzige Minderj\u00e4hrige in den Stollen war. Der Charme der zitierten Passage resultiert auch aus der Auflistung der Namen, die durchweg so klingen als ob sie immer schon als Bezeichnung mythischer Orte gedacht w\u00e4ren: Esp\u00e9rance 3, Horloz, Xhorre, Xhovemont. Zwei Bergehalden (<em>terrils<\/em> auf franz\u00f6sisch) erw\u00e4hnt der Text au\u00dferdem: Die Halde Belle-Vue am Ufer der Maas, und die Halde Sainte-Barbe et Tonne im Westen von L\u00fcttich.<!--more--><\/p>\n<p>Wenn ich in L\u00fcttich bin, nehme ich gerne die Gelegenheit wahr, auf dem einen oder anderen dieser k\u00fcnstlichen Berge spazieren zu gehen. Das ist nicht immer so einfach <a href=\"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=646\">wie etwa im Ruhrgebiet<\/a>, wo Halden inzwischen zu aufw\u00e4ndigen Landschaftsbauwerken oder ikonographischen Landmarken gestaltet werden. Von den Halden rings um L\u00fcttich sind nur wenige wirklich erschlossen und mit befestigten Wegen, Aussichtspunkten oder Hinweisschildern m\u00f6bliert. Daf\u00fcr haben sie unleugbar den romantischen und melancholischen Reiz, den Relikte, die sich selbst \u00fcberlassen werden, immer besitzen: Viele Gipfel sind zu dicht bewachsenen und fast undurchdringlichen Dschungeln geworden, an manchen Stellen finden sich noch die rostigen oder verfallenen Reste industrieller Anlagen, Wege und Trampelpfade laufen nur sporadisch und ungeplant durchs Terrain. Die Terrils sind aber oft auch prek\u00e4res Gel\u00e4nde mit steilen und nicht unbedingt stabilen Abh\u00e4ngen. Das bekamen vor gut zehn Jahren die Nachbarn des Terril de la Petite Bacnure zu sp\u00fcren, als sich eine Flanke des Berges in Bewegung setzte und der resultierende Erdrutsch erheblichen Sachschaden anrichtete.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4021\/4714558574_21d166260a_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Am Terril d'Argenteau\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4021\/4714558574_21d166260a_d.jpg\" width=\"333\" height=\"500\" alt=\"Terril d'Argenteau\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es gibt hier und da einige Versuche, aus den Terrils mehr zu machen und touristische, umweltsch\u00fctzerische oder museale Konzepte zu entwickeln. Im Rahmen <a href=\"http:\/\/www.paysdesterrils.eu\/\">eines EU-Projekts<\/a> sind einige Terrils mit befestigten Wegen und Markierungen m\u00f6bliert worden, au\u00dferdem gibt es den <a href=\"http:\/\/www.sentiers.be\/spip.php?article242\">Sentier des terrils<\/a>, einen Fernwanderweg, der von L\u00fcttich westw\u00e4rts zu den Kohlerevieren von Namur, Charleroi und Mons f\u00fchrt. Einige B\u00fcrgerinitiativen bieten naturkundliche und historische F\u00fchrungen an. Angeblich pr\u00fcft sogar die UNESCO, ob die <em>Transterrilienne<\/em>, wie man die Kette der Bergehalden zwischen Mons und L\u00fcttich inzwischen getauft hat, als (freilich etwas l\u00fcckenhaftes) k\u00fcnstliches Mittelgebirge weltkulturerbew\u00fcrdig ist. Wesentlich h\u00e4ufiger sind aber die Spuren informeller Nutzung durch Hundebesitzer, Mountainbiker, Geocacher oder sonstige Liebhaber st\u00e4dtischer Wildnisse.<\/p>\n<p>Wer diese postindustriellen Landschaften selbst einmal erkunden m\u00f6chte: Ich habe im Folgenden mal eine kleine, kommentierte Liste von L\u00fctticher Terrils zusammengestellt, deren Besuch mir aus dem einen oder anderen Grund besonders lohnenswert erscheint. Die \u00dcberschriften sind jeweils auf den entsprechenden Kartenausschnitt bei Google Maps verlinkt. Ein paar Bilder von den genannten und ein paar ungenannten Terrils gibt es <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/clausmoser\/sets\/72157624213914193\/with\/4738437447\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p><strong><a href=\"http:\/\/maps.google.de\/?ie=UTF8&#038;ll=50.659024,5.61204&#038;spn=0.006407,0.013797&#038;t=h&#038;z=16\">Terrils de Bernalmont et de Belle-Vue<\/a><\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4136\/4738515149_2e7515285f_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Bernalmont und Belle-Vue\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4136\/4738515149_2e7515285f_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Bernalmont und Belle-Vue\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zwei weithin sichtbare Halden, die von der Innenstadt aus relativ einfach zu erreichen sind. Sie \u00fcberragen das linke Maasufer oberhalb des Stadtteils Coronmeuse, in der N\u00e4he der alten Messehalle und quasi vis-\u00e0-vis vom Beginn des Albertkanals. Am besten n\u00e4hert man sich den Halden von Norden, etwa \u00fcber die kleine Rue des Petites Roches, die sich m.W. schon auf dem Gemeindegebiet von Herstal befindet. Herstal hat mit der <a href=\"http:\/\/plonegov-9025.proxy.pilotsystems.net\/herstal\/herstal\/loisirs\/tourisme\/promenades\/voie-des-botis\">Voie des bot\u00ees<\/a> einen beschilderten lokalhistorischen Wanderweg angelegt, der auch die beiden Halden passiert und \u00fcber eine Art Sattel zwischen den Gipfeln hindurchf\u00fchrt. Der Weg hat seinen Namen \u00fcbrigens von den <em>boteresses<\/em>: Lasttr\u00e4gerinnen, die mit speziellen, am R\u00fccken und der Stirn befestigten K\u00f6rben die Kohle von den Minen bis nach Maastricht schleppten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4074\/4757315895_7a7e03a3a4_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Blick auf Albertkanal und Hafen vom Terril Belle-Vue\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4074\/4757315895_7a7e03a3a4_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Blick vom Terril Belle-Vue\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Bernalmont ist die westliche und h\u00f6here der beiden Halden, aber der Aufstieg ist recht beschwerlich und der Gipfel so stark bewachsen, das man von oben h\u00f6chstens im Winter was sehen kann. Belle-Vue ist wesentlich niedriger, sp\u00e4rlicher bewachsen und bietet \u2013 ganz wie es der Name verspricht \u2013 einen der spektakul\u00e4rsten \u00dcberblicke \u00fcber die L\u00fctticher Innenstadt, den Hafen und das unmittelbare Umland.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maps.google.de\/?ie=UTF8&#038;ll=50.667389,5.607491&#038;spn=0.006406,0.013797&#038;t=h&#038;z=16\"><strong>Terril de la Petite Bacnure<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4017\/4714687782_f387ca1808_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Terril de la Petite Bacnure\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4017\/4714687782_f387ca1808_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Terril de la Petite Bacnure\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Bacnure<\/em> ist ein Begriff aus dem lokalen Dialekt und bezeichnet, so weit ich wei\u00df, einen senkrecht in die Tiefe getriebenen Stollen. Die Halde liegt nur wenige hundert Meter von Bernalmont und Belle-Vue entfernt. Sie ist \u00fcberhaupt nicht erschlossen und eigentlich auch nicht \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. (Worauf allerdings vor Ort weder Absperrungen noch Schilder hinweisen.) Das mag zum einen mit der Unsicherheit des Gel\u00e4ndes zusammenh\u00e4ngen \u2013 hier ereignete sich der oben erw\u00e4hnte Erdrutsch, dessen Auswirkungen vor allem an der S\u00fcdflanke des Berges noch deutlich zu sehen sind &#8211; , zum anderen damit, das die Halde noch brennt: Wer es schafft, die steilen und unwegsamen H\u00e4nge bis zum Gipfel hochzukraxeln, wird dort einige Fumarolen entdecken, kleine Rauchf\u00e4hnchen, die auf brennende Kohlereste im Inneren der Halde hinweisen. Die W\u00e4rme sorgt auch f\u00fcr ein besonderes Mikroklima und damit f\u00fcr eine besonders dichte und vielf\u00e4ltige Vegetation \u2013 die vielen Brombeerb\u00fcsche machen den Weg durchs Gel\u00e4nde auch ziemlich schmerzhaft. Aussichtspunkte gibt es wegen des dichten Bewuchses nur wenige, aber vom S\u00fcdosthang der Halde hat man einen ganz reizvollen Blick.<\/p>\n<p>Angeblich gibt es <a href=\"http:\/\/lapetition.be\/en-ligne\/petition-7642.html\">Pl\u00e4ne zur Beseitigung der Halde<\/a>: An der S\u00fcdseite ist gerade ein Neubaugebiet entstanden, und das soll wohl auf das Areal der Halde selbst ausgedehnt werden. Dagegen formiert sich aber auch schon Protest: Einige Anrainer m\u00f6chten ihre Halde durchaus behalten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maps.google.de\/?ie=UTF8&#038;ll=50.664193,5.583737&#038;spn=0.006406,0.013797&#038;t=h&#038;z=16\"><strong>Terril de la Batterie<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4015\/4714705404_7b36ab71b0_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Terril de la Batterie\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4015\/4714705404_7b36ab71b0_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Terril de la Batterie\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diese Halde liegt nur wenige Kilometer westlich von Bacnure und Bernalmont, aber in einem fast l\u00e4ndlichen Umfeld, inmitten von Feldern und Wiesen. Dieser Teil der Stadt scheint sich ohnehin sehr unregelm\u00e4\u00dfig entwickelt zu haben: Die Bebauung ist l\u00fcckenhaft, dazwischen gibt es viel Platz f\u00fcr G\u00e4rten, Wiesen und Brachfl\u00e4chen, und die Zeit scheint in einzelnen Str\u00e4\u00dfchen noch in den Siebzigern oder Achtzigern stehengeblieben zu sein.<\/p>\n<p>Vom Terril de la Batterie kann man sich einen guten \u00dcberblick \u00fcber die Gegend verschaffen. Es gibt zahlreiche kleine Pfade durchs Haldengel\u00e4nde, aber den einfachsten Zugang hat man von der s\u00fcdwestlichen Seite, etwa von der Ecke des Boulevard Henri-Denis und des Sentier Matraifosse. Von hier f\u00fchrt ein gut begehbarer Pfad bergaufw\u00e4rts bis zum Gipfel des Spitzkegels. Oben rostet noch ein Rest der alten F\u00f6rderanlage for sich hin. Auch auf dieser Halde hat sich dichter Wald gebildet, aber der S\u00fcdhang ist nur sp\u00e4rlich mit Birken bewachsen und der Regen hat tiefe Rinnen im grauschwarzen Boden ausgewaschen. Von hier aus \u00fcberschaut man vor allem die Hochfl\u00e4che im Westen L\u00fcttichs, aber auch Teile der Innenstadt und sogar <a href=\"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=818\">Calatravas Bahnhof<\/a> sind von hier aus sichtbar.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maps.google.de\/?ie=UTF8&#038;ll=50.629347,5.510931&#038;spn=0.012822,0.027595&#038;t=h&#038;z=15\"><strong>Terril du Gosson<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4099\/4757923130_a1b9b32cd3_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Maison des Terrils am Terril du Gosson\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4099\/4757923130_a1b9b32cd3_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Maison des Terrils\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eines der wenigen umfangreicher erschlossenen Haldengel\u00e4nde. Es liegt in Saint-Nicolas, einem Kleinst\u00e4dtchen westlich von L\u00fcttich. Beim Terril du Gosson handelt es sich nicht nur um eine Halde, sondern durchaus schon eine richtiggehende &#8222;Haldenlandschaft&#8220; mit zwei separaten H\u00fcgeln (Gosson 1 und 2), deren Form und Aussehen durchaus bewu\u00dfter gestaltet zu sein scheint als das bei den anderen Terrils der Fall ist. Hier liegt auch das <a href=\"http:\/\/www.paysdesterrils.eu\/fr\/accueil_au_public\/maison_des_terrils.html\">Maison des Terrils<\/a>, ein h\u00fcbsches Informationszentrum zur Geschichte, Fauna und Flora der Bergehalden, das in einem alten Betriebsgeb\u00e4ude untergebracht wurde. Au\u00dferdem f\u00fchrt ein <a href=\"http:\/\/ravel.wallonie.be\/opencms\/opencms\/fr\/\">RAVel<\/a>, ein Radweg auf einer stillgelegten Bahnlinie, zwischen den Gipfeln hindurch. Die Gossonhalden sind ein Areal, auf dem man gut einen ganzen Tag verbringen kann: Die H\u00fcgel sind nicht ganz so dicht bewaldet wie andere Terrils, und die kargeren H\u00e4nge haben bisweilen fast ein exotisches Wild-West-Flair. Es gibt wesentlich mehr M\u00f6glichkeiten, den Blick ins Umland schweifen zu lassen: Zu sehen bekommt man hier vor allem die westlichen Vororte von L\u00fcttich, Kommunen wie Saint-Nicolas, deren Stra\u00dfenz\u00fcge sich wie sanfte Wellen \u00fcber die letzten Ardennenausl\u00e4ufer ziehen, w\u00e4hrend das Gel\u00e4nde nach Norden, in Richtung Flandern, schon deutlich flacher wird. Ab und an stolpert man noch \u00fcber ein paar Betonfundamente oder sonstige Reste der industriellen Vergangenheit, au\u00dferdem ist das Gel\u00e4nde mit ein paar Skulpturen dekoriert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4098\/4757902252_1faf3f394e_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Terril du Gosson\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4098\/4757902252_1faf3f394e_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Terril du Gosson\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ein kleines St\u00fcckchen weiter n\u00f6rdlich befindet sich mit dem <a href=\"http:\/\/maps.google.de\/maps\/ms?ie=UTF8&#038;hl=de&#038;msa=0&#038;msid=111396599479659788297.000486f3b7bcbd4906245&#038;ll=50.641814,5.526531&#038;spn=0.006409,0.013797&#038;t=h&#038;z=16\">Terril L\u2019Esperance<\/a> eine weitere Halde mit sch\u00f6ner Aussicht, deren Gipfel durch einen befestigten (aber etwas vernachl\u00e4ssigten) Treppenweg erschlossen wurde.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maps.google.de\/?ie=UTF8&#038;ll=50.629388,5.707784&#038;spn=0.006411,0.013797&#038;t=h&#038;z=16\"><strong>Terril du Hasard<\/strong><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4122\/4738423683_c6ce7e8eec_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Terril du Hasard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4122\/4738423683_c6ce7e8eec_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Terril du Hasard\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das ist der Mont Ventoux des L\u00fctticher Reviers: Ein windiger und weithin sichtbarer H\u00f6hepunkt der Landschaft, mit einer wirklich spektakul\u00e4ren 360-Grad-Rundsicht. Der Hasard liegt schon einige Kilometer \u00f6stlich von L\u00fcttich, nahe der Autobahn A3 beim St\u00e4dtchen Fl\u00e9ron. Unmittelbar zu seinen F\u00fc\u00dfen verl\u00e4uft einer der sch\u00f6nsten Radwege der Gegend, der auf einer stillgelegten Bahnstrecke von Hombourg (nicht weit von Aachen) nach L\u00fcttich verl\u00e4uft und unter anderem das beeindruckende <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/clausmoser\/3622156328\/\">Fort Battice<\/a> passiert. Verkehrsg\u00fcnstig liegt die Halde also, aber nach oben zu kommen, ist gar nicht so einfach: Die H\u00e4nge sind an vielen stellen ausgesprochen steil oder durch einige private Anwesen versperrt. Den besten Zugang findet man wohl in der Rue de la Vaulx in der kleinen Ortschaft Retinne, \u00fcber den Parkplatz gegen\u00fcber der Rue de la Briqueterie. Hier f\u00fchrt ein gut erkennbarer Weg bergan bis knapp unter den kahlen, tiefschwarzen Spitzkegel der Halde. (Man kann auch versuchen, \u00fcber die an sich ganz gut zug\u00e4ngliche Nordseite hochzukommen, aber das Terrain ist hier sehr absch\u00fcssig und nicht unbedingt stabil.)<\/p>\n<p>Auch auf Hasard rosten die \u00dcberreste der alten F\u00f6rderanlagen vor sich hin, aber das Reizvollste ist hier oben ohne Zweifel der Rundblick. Bei gutem Wetter hat man eine atemberaubende Fernsicht nach L\u00fcttich (der Bahnhof ist auch von hier gut zu erkennen), \u00fcber Ardennen, Eifel, Hohes Fenn, Dreil\u00e4ndereck und Limburg. Es gibt kaum einen besseren Ort, um die Provinz L\u00fcttich in den Blick zu nehmen. Kein Wunder, dass wohl auch immer mal wieder dar\u00fcber diskutiert wird, diesen Terril zu erschlie\u00dfen und besser zug\u00e4nglich zu machen, aber noch ist nicht viel daraus geworden. Das Gipfelpanorama hat man meistens f\u00fcr sich allein, nur ab und zu krabbeln ein paar Dorfjugendliche mit ihren Bikes hier herum.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4138\/4738452251_c83c029deb_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Alter F\u00f6rderanlagen am Terril du Hasard\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4138\/4738452251_c83c029deb_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Terril du Hasard\" \/><\/a><\/p>\n<p>Lohnenswert ist auch ein Abstecher zum <a href=\"http:\/\/maps.google.de\/?ie=UTF8&#038;ll=50.619335,5.73747&#038;spn=0.003206,0.006899&#038;t=h&#038;z=17\">Terril du Bas-Bois<\/a>, der nur zwei Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich, direkt an der Thalys-Strecke K\u00f6ln-Paris, liegt. Nicht unbedingt wegen der kleinen Halde \u2013 die ist nur ein H\u00fcgelchen von grade mal 1 Hektar \u2013 sondern weil hier eines der wenigen noch erhalten gebliebenen F\u00f6rderger\u00fcste steht (die hier seltsamerweise <em>belle-fleur<\/em> genannt wurden).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maps.google.de\/?ie=UTF8&#038;ll=50.687853,5.72113&#038;spn=0.006403,0.013797&#038;t=h&#038;z=16\">Terril d\u2019Argenteau<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4017\/4713973923_c526fa9201_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Terril d'Argenteau\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4017\/4713973923_c526fa9201_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Terril d'Argenteau\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diese Halde hei\u00dft bisweilen auch Terril de Trembleur oder Argenteau-Trembleur, aber der bessere Name w\u00e4re vermutlich Blegny-Mine. Die Halde liegt direkt neben dem gleichnamigen alten Bergwerk, das inzwischen zu einem bergbaugeschichtlichen <a href=\"http:\/\/www.blegnymine.be\/\">Museum und Informationszentrum<\/a> umgestaltet worden ist (wovon es in Belgien erstaunlicherweise nicht sehr viele gibt). Man kann hier noch alte Werksanlagen besichtigen und sogar in die Stollen einfahren, und es gibt einen netten Rundweg mit Informationstafeln. Auch das Ger\u00fcst der F\u00f6rderanlage, die den Abraum zur Halde aufsch\u00fcttete, gibt es noch, wenn auch in einem arg mitgenommenen Zustand. Ein Rundweg f\u00fchrt auf die Halde hinauf und zu einer Aussichtsplattform. Der Ausblick ist nicht ganz so spektakul\u00e4r wie von der Hasard-Halde, aber reizvoll genug, und ein paar Schautafeln erkl\u00e4ren dazu, was man hier eigentlich sehen kann. Ein reizvolles, aber m\u00f6glicherweise nicht verbindliches Feature scheint au\u00dferdem noch die Musik zu sein, die mit blechernem Scheppern aus den Lautsprechern am Minengel\u00e4nde dr\u00f6hnt. Die beiden Male, die ich hier war, lief ein seltsam nostalgischer Soundtrack aus New Wave und Post Wave der 80er \u2013 Echo &#038; The Bunnymen, The Cure, fr\u00fche Smiths. Ich h\u00e4tte ja gerne gewusst, ob das eine Anspielung auf die Zeit des <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Britischer_Bergarbeiterstreik_1984\/1985\">letzten heroischen Arbeitskampfs im Bergbau<\/a> sein sollte, hab mich dann aber doch nicht getraut, zu fragen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4066\/4714582540_1460a8b3be_d.jpg\" rel=\"lightbox[terrils]\" title=\"Blegny-Mine\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4066\/4714582540_1460a8b3be_d.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Blegny-Mine\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8211; Sagen Sie, Monsieur Goffin, wohin f\u00fchren Sie uns? Wohin genau? &#8211; Nur bis an die Grenzen meines Territoriums. &#8211; Und dann? &#8211; Dann folgt ihr einem Stollen, der auch bis an den Fu\u00df der Halde Belle-Vue f\u00fchren wird, die oberhalb von Coronmeuse liegt, am Ortseingang von Herstal. 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