{"id":590,"date":"2007-06-05T01:51:15","date_gmt":"2007-06-04T22:51:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=590"},"modified":"2007-06-05T01:51:15","modified_gmt":"2007-06-04T22:51:15","slug":"oberhalb-von-cutigliano","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2007\/06\/05\/oberhalb-von-cutigliano\/","title":{"rendered":"Oberhalb von Cutigliano"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm1.static.flickr.com\/215\/528671803_29b1543079.jpg\" alt=\"Appennino Pistoiese\" \/><\/p>\n<p>Auf Google Maps sieht der Appenin braun und verbrannt aus wie ein W\u00fcstengebiet. Tats\u00e4chlich ist er zur Zeit noch sehr gr\u00fcn, mit gelben Ginsterflecken hier und da, wobei an einem wolkenverhangenen Tag wie heute die Farben eher ausgewaschen wirken. Es ist schw\u00fcl und hei\u00df und eigentlich ein Unfug, ausgerechnet heute, bei diesem dr\u00fcckenden Wetter, ein paar hundert H\u00f6henmeter auf dem Mountain-Bike fressen zu wollen.<!--more--><\/p>\n<p>Aber die Gegend hier ist zu verf\u00fchrerisch. Das Sch\u00f6ne am Appennin: Lange nicht so \u00fcberlaufen wie die Strecken am Gardasee und in den Alpen, viel Platz und grandiose Routen. Die Strecke \u00fcber die Strada del Duca habe ich hier schon mal erw\u00e4hnt, das ist eines der ganz gro\u00dfen Highlights. Aber auch oberhalb von Cutigliano gibt&#8217;s einiges zu entdecken, zum allerdings sollte man erst mal die richtigen Erkundigungen einziehen. Dazu gleich.<\/p>\n<p>Wir starten nicht in Cutigliano, sondern weiter unten im Tal in La Lima, wo man gut parken kann. Dann erst mal ein kurzes St\u00fcck die SS 12 Richtung Abetone, bis zur Br\u00fccke nach Lizzano. Von hier ab geht&#8217;s bergauf, und das ordentlich: Das schmale Teerstr\u00e4\u00dfchen nimmt einige heftige Rampen nach oben. In einem Feld steht ein Hochzeitsfotograf und versucht, ein junges Gl\u00fcck vor ein paar Strohballen stilecht in Szene zu setzen. In Lizzano geht es weiter nach Vizzaneta, vorbei an einem bizarren Marmormausoleum, das den kleinen Dorffriedhof dominiert. In Vizzaneta f\u00e4hrt man ganz durch den Weiler hindurch, bis an einem Abzweig der Agriturismo &#8222;Andia Paradiso&#8220; ausgeschildert ist. Die Stra\u00dfe windet sich weiter bergauf und wird bald zu einer Schotterpiste. Es kommen einige Wegweiser, die uns auf die Strecke &#8222;SR 1 Doganaccia&#8220; f\u00fchren. Bis zu einer Kreuzung, an der mehrere Punkte ausgeschildert sind, nur ausgerechnet nicht mehr Doganaccia.<\/p>\n<p>Und da merkt man dann, wie wichtig es ist, sich vorab zu informieren. Das gesamte Areal hangaufw\u00e4rts bis in die Appennin-Gipfel ist hier auf einmal als Privatgel\u00e4nde ausgewiesen. Der einzige richtige Weg geht ist mit einem Schlagbaum abgesperrt, und daran h\u00e4ngt ein Schild, das darauf hinweist, dass das Befahren mit egal welchem Fahrzeug (ausdr\u00fccklich auch Mountainbikes) ohne Genehmigung untersagt ist. Danke f\u00fcr den Hinweis. H\u00e4tte man das nicht auch ein paar H\u00f6henmeter weiter unten schon mal sagen k\u00f6nnen? Man kann nun Gl\u00fcck haben und hinter dem Schlagbaum ein paar Forstarbeiter sehen. Ein kurzer Schnack, und einer der Herren stellt sich als leitender Mitarbeiter des Anwesens heraus, der einem nach \u00fcberzeugend vorgetragenen Argumenten (&#8222;Ich kann doch jetzt nicht alles wieder zur\u00fcckfahren!&#8220;) freundlich zunickt und ausf\u00fchrlich die weitere Route auf der doch nicht mehr verbotenen Route erkl\u00e4rt. (Ein paar Minuten sp\u00e4ter kommt er sogar extra mit dem Jeep hinterhergefahren, weil ihm ein kleiner Fehler unterlaufen war &#8211; v\u00f6llig unerheblich, weil von hier an wieder alles ausgeschildert ist.)<\/p>\n<p>Aber was macht man, wenn da keine Arbeiter stehen? Gut, wenn ich&#8217;s vorher gewusst h\u00e4tte, dann h\u00e4tte ich im Agriturismo <a href=\"http:\/\/www.andiaparadiso.it\/chiamaci_o_scrivici.html\">anrufen k\u00f6nnen<\/a>. Ob man dort in der Verwaltung so kooperativ ist wie auf offener Strecke, wei\u00df ich nat\u00fcrlich nicht. Zwei Strecken sind an der genannten Kreuzung ausgeschildert und nicht mit Verbotsschildern bewehrt. Einer f\u00fchrt ein St\u00fcckchen hangauf\u00e4rts zum Agriturismo, vielleicht kann man da auch direkt nachfragen. (Dort gibt es au\u00dferdem einen kleinen Laden mit lokalen Produkten.)<\/p>\n<p>Die einzige andere Alternative (au\u00dfer zur\u00fcckfahren nat\u00fcrlich) ist die dritte Piste, die von hier weitergeht in Richtung Spignana. Von dort k\u00f6nnte man wenigstens nach San Marcello Pistoiese und Mammiano wieder nach La Lima zur\u00fcck &#8230;<\/p>\n<p>Hat man den Schlagbaum erst mal \u00fcberwunden, wird es einfacher &#8211; wenigstens was die Orientierung angeht. Einfach den Wegweisern nach Doganaccia folgen. Nur einmal hat man die Qual der Wahl, wenn man auf etwa 1300 m H\u00f6he an einen Wegweiser kommt, der zwei Routen nach Doganaccia anbietet. Die eine (links weiterf\u00fchrende) h\u00e4lt in etwa die H\u00f6he, die andere windet sich noch ca. 200 H\u00f6henmeter n\u00e4her hinauf, um dem Passo della Croce Arcana nahezukommen. Was nicht einfacher wird, ist das Fahren selbst. Der Streckenbelag wird hier deutlich rauher, an einigen Stellen rumpelt man ganz ordentlich \u00fcber die Piste. Angesichts des schw\u00fclen Wetters nehmen wir den unteren Weg, der f\u00fchrt auch ein bi\u00dfchen durch den Wald, und die Abk\u00fchlung k\u00f6nnen wir gut gebrauchen.<\/p>\n<p>Im Wald passiert man auch mal einen interessanten Downhill-Trail &#8230; leider nicht ausprobiert. Irgendwann erreicht man n\u00e4mlich kurz unterhalb von Doganaccia wieder eine kleine Asphaltstrecke, und von da beginnt eine herrliche Abfahrt, eine der sch\u00f6nsten hier, vom hier und da etwas ruppigen Belag mal abgesehen, auf der man wunderbar talw\u00e4rts schwingen kann. Zwischenstopp in Cutigliano f\u00fcr den obligatorischen Caff\u00e8, und dann weiter bergab nach La Lima. Die verdiente Pasta gibt&#8217;s dann <a href=\"http:\/\/www.pistoia.cc\/capriccio.htm\">hier<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Google Maps sieht der Appenin braun und verbrannt aus wie ein W\u00fcstengebiet. Tats\u00e4chlich ist er zur Zeit noch sehr gr\u00fcn, mit gelben Ginsterflecken hier und da, wobei an einem wolkenverhangenen Tag wie heute die Farben eher ausgewaschen wirken. 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