{"id":598,"date":"2011-07-13T17:27:43","date_gmt":"2011-07-13T14:27:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=598"},"modified":"2011-07-13T17:27:43","modified_gmt":"2011-07-13T14:27:43","slug":"zu-fuss-zur-bohm-chapel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2011\/07\/13\/zu-fuss-zur-bohm-chapel\/","title":{"rendered":"Zu Fu\u00df zur B\u00f6hm Chapel"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3289\/5722362481_c70eea4de4_d.jpg\" alt=\"B\u00f6hm Chapel\" \/><\/p>\n<p>Von einer Kultst\u00e4tte auf gr\u00fcner Wiese zur Kulturst\u00e4tte im Neubaugebiet: Die Ursulakirche in H\u00fcrth-Kalscheuren ist eine von vielen Kirchen im Rheinland, die in den vergangenen Jahren geschlossen wurden. Gebaut wurde sie von 1954-56 nach Pl\u00e4nen von Gottfried B\u00f6hm (und Vorentw\u00fcrfen seines Vaters Dominikus), und der wei\u00dfe Bau mit dem schlanken Glockenturm und den sechs Konchen geh\u00f6rt sicher zu den elegantesten Kirchenbauten der B\u00f6hm-Dynastie. Er steht in einem Umfeld, in dem ansonsten wenig Elegantes zu sehen ist: Kalscheuren ist eigentlich wenig mehr als ein ausgedehntes Gewerbegebiet mit etwas dazwischengew\u00fcrfelter Wohnbebauung. Fr\u00fcher sa\u00df hier vor allem verarbeitendes Gewerbe: \u00dcbrig sind davon noch das 1895 gegr\u00fcndete Ru\u00dfwerk, das sich allerdings schon auf K\u00f6lner Gemeindegebiet befindet und heute zum Evonik-Konzern geh\u00f6rt, und die Malzfabrik von 1902, einer der wichtigsten Zuliefererbetriebe f\u00fcr die regionale Brauindustrie. Ansonsten dominieren heute vor allem Speditions- und Logistikfirmen, die vom nahegelegenen G\u00fcterbahnhof Eifeltor profitieren, und Unternehmen der Medienbranche, wie die MMC Studios direkt neben der Kirche. Das Logo der Studios ist ein springendes Einhorn: Es thront auf einem hohen Mast, der &#8211; als Wahrzeichen einer moderneren und effizienteren Illusionsmaschinerie &#8211; den Glockenturm von St. Ursula deutlich \u00fcberragt.<!--more--><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3244\/3113065990_0ce959bb5a_d.jpg\" alt=\"B\u00f6hm Chapel\" \/><\/p>\n<p>2006 wurde St. Ursula profaniert und an einen ortsans\u00e4ssigen Bauunternehmer verkauft, der auf dem Areal Reihenh\u00e4user errichten lie\u00df. Die Kirche lie\u00df er aber stehen, und der Bau ist nun Mittel- und Anziehungspunkt des <em>Carr\u00e8e Campanile<\/em>, wie das Neubauensemble etwas gro\u00dfspurig hei\u00dft. \u00dcber eine neue Nutzung des Kirchengeb\u00e4udes wurde lange diskutiert. 2010 wurde es schlie\u00dflich vom K\u00f6lner Galeristen Rafael Jablonka \u00fcbernommen, zur <a href=\"http:\/\/www.jablonkagalerie.com\/html\/boehmchapel.html\">B\u00f6hm Chapel<\/a> umgetauft und zum Ausstellungsraum umgewidmet. Und hat damit, das muss man neidlos anerkennen, eine der sch\u00f6nsten Kunstst\u00e4tten geschaffen, die man in und um K\u00f6ln finden kann: Ein heller, lichtdurchfluteter Raum, \u00fcberw\u00f6lbt von einer wundersch\u00f6nen Deckenkonstruktion, die \u00fcber dem Bau zu schweben und nur von der netzartigen Fensterdekoration stabilisiert zu werden scheint. Von der Inneneinrichtung ist so gut wie nichts mehr \u00fcbrig geblieben, das Geb\u00e4ude ist eine leere H\u00fclle, aber l\u00e4dt nat\u00fcrlich gerade dadurch zur Ausgestaltung ein. Genau in der Mitte des Raumes gibt es freilich noch den Grundstein der Kirche, eingelassen in einen M\u00fchlstein, der mit der Taufformel und den kryptischen Zeilen &#8222;Mutter siebenfach der Strom\/Drauf zu Gottes heilger Drei\/Du die Vier der Welt tr\u00e4gst heim&#8220; beschriftet wurde &#8211; letzte Reminiszenz der religi\u00f6sen Funktion, die das Geb\u00e4ude einmal hatte. Auf diesen Stein sollte man sich bei einem Besuch der Kirche \u00fcbrigens ruhig einmal stellen und laut ein paar Worte sagen &#8211; der Effekt ist beeindruckend. (Woher das Gedicht stammt, kann allerdings auch Jablonka nicht erkl\u00e4ren.)<\/p>\n<p>\u00dcber die Neubauten, die die B\u00f6hm Chapel umgeben, kann man geteilter Meinung sein &#8211; f\u00fcr meinen Geschmack sind sie wenig aufregende Durchschnittsarchitektur, die der schlichten Eleganz des Kirchenbaus nicht wirklich entgegen kommen. Au\u00dferdem umzingeln sie die Kirche f\u00f6rmlich und nehmen ihr damit einiges von der Wirkung, die urspr\u00fcnglich intendiert war, n\u00e4mlich &#8222;einem antiken Tempel gleich [&#8230;] frei inmitten einer weiten begr\u00fcnten Oase&#8220; zu stehen (wie es <a href=\"http:\/\/books.google.de\/books?id=xc6a2zq-UkgC&#038;printsec=frontcover&#038;source=gbs_ge_summary_r&#038;cad=0#v=onepage&#038;q&#038;f=false\">hier<\/a> hei\u00dft). Von dieser Oase ist nur ein kleines Rasenst\u00fcck \u00fcbrig geblieben, das Star-Landschaftsarchitekt <a href=\"http:\/\/www.blanckaert.com\/\">Piet Blanckaert<\/a> zwar mit ein paar B\u00e4umchen bepflanzt hat, aber die sind eher wie eine Sichtblende angeordnet, als wollten sie die Kirche vor der baulichen Langeweile ringsum in Schutz nehmen.<\/p>\n<p>Trotzdem lohnt sich nat\u00fcrlich ein Besuch der B\u00f6hm Chapel, und zwar am besten dann, wenn der Ausstellungsraum auch ge\u00f6ffnet ist (in der Regel immer am Wochenende). Bis September 2011 ist dort noch eine Rauminstallation von Sherrie Levine zu sehen: zw\u00f6lf Totensch\u00e4del aus Kristallglas, in einem Kreis aus edlen Holzvitrinen angeordnet &#8211; ein treffender Kommentar zur Aura eines kleinen Kunsttempels, zu den Parallelen von Kunst- und Immobilienmarketing und nicht zuletzt zur urspr\u00fcnglichen Namenspatronin der B\u00f6hm Chapel, nach der in K\u00f6ln auch noch <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/St._Ursula_%28K%C3%B6ln%29\">eine Kirche<\/a> benannt ist, in der sich wiederum ein ganzes Kabinett voller Totensch\u00e4del besichtigen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.gpsies.com\/mapOnly.do?fileId=ciqhfgrgqjvmvzqd\" width=\"500\" height=\"400\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\"><\/iframe><br \/>\n<font size=1>Karte und GPS-Downloads gibt es auch <a href=\"http:\/\/www.gpsies.com\/map.do?fileId=ciqhfgrgqjvmvzqd\">hier<\/a>.<\/font><\/p>\n<p>Die B\u00f6hm Chapel ist von K\u00f6ln aus einfach zu erreichen: Der Bahnhof H\u00fcrth-Kalscheuren liegt nur ein paar Schritte entfernt, die Stra\u00dfenbahnhaltestelle Herm\u00fclheim (Linie 18) ist auch nicht weit weg. Aber man kann den Weg zur Kapelle etwas aufw\u00e4ndiger, daf\u00fcr auch reizvoller gestalten: Als Ziel eines l\u00e4ngeren Spaziergangs, der \u00fcber die ersten Anh\u00f6hen des Vorgebirges f\u00fchrt und einige sch\u00f6ne und aufschlussreiche Blicke in die K\u00f6lner Bucht erlaubt. Entlang der Strecke gibt es au\u00dferdem einige interessante Dinge zu entdecken, und das unvermittelte, oft erstaunlich j\u00e4he Nebeneinander von beschaulichen Wald- und Wiesengebieten, d\u00f6rflichen Wohngebieten und gro\u00dfer Industrie ist eine angemessene Einstimmung auf den Besuch der Kapelle. Der Weg ist nicht besonders anstregend, es gibt keine nennenswerten Anstiege, ich w\u00fcrde aber empfehlen, ihn an einem trockenen Tag und mit festem Schuhwerk zu gehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Tour muss man zun\u00e4chst einmal nach Vochem fahren, den n\u00f6rdlichsten Stadtteil von Br\u00fchl. In Vochem gibt es eine Haltestelle der Linie 18, und daneben auch einen ger\u00e4umigen Parkplatz. Von der Haltestelle aus \u00fcberquert man zun\u00e4chst die R\u00f6merstra\u00dfe, gehen dann ein kleines St\u00fcck nach rechts bis zu einem kleinen Umspannwerk. An der Nordseite des Umspannwerks f\u00fchrt ein schmaler Fu\u00dfpfad in das Wohngebiet auf den Fronhofweg. Hier h\u00e4lt man sich zun\u00e4chst links, an der n\u00e4chsten Kreuzung rechts und dann gleich wieder links in die Sankt-Albert-Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfe f\u00fchrt bergan zur Matth\u00e4uskirche, einem neugotischen Bau, dem man in den Sechzigern ein etwas seltsames Querschiff eingezw\u00e4ngt hat. Hinter der Kirche geht es rechts in die Stra\u00dfe &#8222;An der Linde&#8220; und dem Stra\u00dfenverlauf folgend weiter bergan bis zur Weilerstra\u00dfe. Rechts in die Sackgasse einbiegen. Die Stra\u00dfe geht bald in eine Piste \u00fcber und f\u00fchrt direkt auf die Geb\u00e4ude des Weilerhofs zu.<\/p>\n<p>Der Weilerhof geh\u00f6rt zu den \u00e4ltesten Anwesen der Gegend, und seine Geschichte reicht vermutlich bis in die r\u00f6mische Zeit zur\u00fcck. Er geh\u00f6rte lange zum Besitz des K\u00f6lner Kart\u00e4userklosters, wurde nach den napoleonischen Kriegen aber s\u00e4kularisiert. Hier oben wurde vor allem Landwirtschaft betrieben, aber im 19. Jahrhundert gab es, in der sogenannten Weilergrube hinter dem Hof, auch etwas Braunkohletagebau. Das beeindruckende, 1895 errichtete Herrenhaus versteckt sich hinter einer hohen Mauer und ist nicht zu besichtigen. Daf\u00fcr kann man einen Blick auf den benachbarten Vierkanthof von 1911 werfen, in dem sich heute <a href=\"http:\/\/www.bischoff-koelsch.de\/\">eine der kleinsten K\u00f6lsch-Brauereien<\/a> und ein Biergarten befinden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3209\/5823963997_7b223d79a7_d.jpg\" alt=\"Bei Fischenich\" \/><\/p>\n<p>Unsere Route f\u00fchrt allerdings nicht \u00fcber das Brauereigel\u00e4nde: Kurz vorher geht es, an einem Metallpfosten mit einer Markierung des Jakobswegs, in einen Trampelpfad etwas links oberhalb des Wegs. Dieser Pfad umrundet entlang eines Maschendrahtzauns das Privatgel\u00e4nde der Brauerei und st\u00f6\u00dft dann auf eine breitere Fahrpiste. Wir folgen dieser Piste vorbei an Feldern und \u00c4ckern, bis sich der Weg gabelt. Hier nehmen wir den rechten Pfad, gehen auf ein Waldst\u00fcck zu und dann durch eine breite Schneise hindurch. Nach einigen Metern sto\u00dfen wir erneut auf einen breiteren Weg: Hier halten wir uns rechts bis zum Waldrand, und folgen dann geradeaus auf einem schmalen Pfad durch ein gro\u00dfes Rapsfeld. Der Pfad f\u00fchrt um den Friedhof von Fischenich herum und zu einem Parkplatz.<\/p>\n<p>Wir gehen rechts \u00fcber den Parkplatz, folgen ein St\u00fcck der Gennerstra\u00dfe, die leicht ansteigt. Etwa an ihrem h\u00f6chsten Punkt biegen wir links in eine Schotterpiste, die in ein Naturschutzgebiet f\u00fchrt (Hinweisschild). Auf dieser Piste geht es immer geradeaus, und bald erreichen wir einen der sch\u00f6nsten Aussichtspunkte rings um K\u00f6ln. Hier kann man den Blick weit \u00fcber die K\u00f6lner Bucht schweifen lassen und sieht bis zum Bergischen Land und zum Siebengebirge. (Im Hochsommer kann die Sicht allerdings durch hohe Rapsstauden etwas eingeschr\u00e4nkt sein.)<\/p>\n<p>Wir folgen der Piste weiter bis zum Ortsrand von Kendenich, wo eine grasbewachsene Piste an den G\u00e4rten der ersten H\u00e4user entlang talw\u00e4rts f\u00fchrt. Die Piste m\u00fcndet in die Klarenstra\u00dfe, und die wiederum nach ein paar Metern in die Grabenstra\u00dfe. Wir biegen links ab, dann recht in die Ortshof- und gleich wieder rechts in die Fischenischer Stra\u00dfe. Im Dorf stehen noch zahlreiche \u00e4ltere H\u00e4user aus rotem Backstein &#8211; Etwa auf H\u00f6he der Hausnummer 35 geht es in einen schmalen Durchla\u00df zwischen den H\u00e4usern, der sich bald zu einem Schotterweg verbreitert. Immer talw\u00e4rts, bis wir eine kleine Landstra\u00dfe (&#8222;Am Kempishof&#8220;) erreichen. Hier links abbiegen und wieder leicht hangaufw\u00e4rts gehen. Wo die Stra\u00dfe etwas nach rechts abknickt, f\u00fchrt ein kopfsteingepflasterter Weg geradeaus weiter: Diesem folgen, bis wir einen Parkplatz erreichen.<\/p>\n<p>Links von uns befindet sich nun Burg Kendenich, ein beeindruckendes Ensemble aus barockem Herrenhaus und wuchtiger Vorburg. Hier sa\u00df unter anderem die einflu\u00dfreiche Kaufmannsfamilie De Groote (oder von Groote), aus der einige K\u00f6lner B\u00fcrgermeister stammten. Das Ensemble hat im Laufe seiner Geschichte mehrere bauliche Ver\u00e4nderungen erlebt. Einige Jahre geh\u00f6rte es auch der Stadt H\u00fcrth, die damit aber nicht viel anzufangen wu\u00dfte und den verfallenden Bau Anfang der Achtziger dem Immobilien-Tycoon und &#8222;Burgenk\u00f6nig&#8220; Herbert Hillebrand \u00fcberlie\u00df. Der lie\u00df den Komplex aufw\u00e4ndig sanieren und Privatwohnungen darin einrichten. Hillebrand war damals eine der schillerndsten Figuren der deutschen Wirtschaft, ein Selfmade-Million\u00e4r, der zahlreiche Burgen und Schl\u00f6sser aufkaufte (und einige davon an seine 14 Kinder verschenkte), bis sein Imperium nach der Wende spektakul\u00e4r zusammenbrach, weil er sich in Ostdeutschland verspekuliert hatte.<\/p>\n<p>Wir gehen vom Parkplatz geradeaus zur Nu\u00dfallee, direkt auf ein wundersch\u00f6nes Anwesen aus der Gr\u00fcnderzeit zu, das auch schon mal f\u00fcr Dreharbeiten genutzt wird. Hier k\u00f6nnte man theoretisch auch schon rechts abbiegen und an der Nu\u00dfallee talw\u00e4rts zum Bahn\u00fcbergang gehen. Wer das tun will, muss an der mit (*) markierten Stelle weiter lesen &#8211; ich mache hier aber gerne noch eine kleine Schleife, die uns noch einmal hinaus in die Felder f\u00fchrt. Wir gehen zun\u00e4chst links die Nu\u00dfallee hinauf, vorbei an einigen alten H\u00f6fen, bis wir eine Gabelung erreichen. Blickt man nach links, sieht man die kleine Dorfkirche St. Johann Baptist, mit ihrem Turm aus dem 17. Jhd. Wir gehen aber rechts in die Frentzenhofstra\u00dfe und nach einem kurzen St\u00fcck noch einmal schr\u00e4g rechts in die Weingartenstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Wir verlassen Kendenich und kommen an einem expressionistisch anmutenden Holzkreuz vorbei, das wir uns f\u00fcr sp\u00e4ter merken. Zun\u00e4chst gehen wir weiter gerade aus. Einige Markierungen weisen darauf hin, dass wir uns hier auf einem Abschnitt des R\u00f6merkanal-Wanderwegs befinden. Wir folgen dieser Route bis zu einer Stelle, wo sie einen scharfen Linksknick macht: Hier gehen wir rechts auf einen gras\u00fcberwachsenen Weg und erreichen schlie\u00dflich durch eine Schneise den Rand eines Getreidefelds. Von hier aus hat man einen der interessantesten Ausblicke \u00fcber die K\u00f6lner Bucht. H\u00fcrth liegt einem zu F\u00fc\u00dfen &#8211; vielleicht nicht grade der bewegendste Anblick, aber immerhin schaut man auf einen Landstrich, der schon in r\u00f6mischer Zeit dicht besiedelt war. Direkt unterhalb von unserem Aussichtspunkt gabeln sich zwei Stra\u00dfen, die schon f\u00fcr die R\u00f6mer wichtige Verbindungswege waren: Die Luxemburger Stra\u00dfe, die links von uns den Hang hinauff\u00fchrt, und die Bonner Stra\u00dfe, die ihn rechts von uns umrundet. An dieser Stelle befand sich auch die Grube Rheinland, eine der gr\u00f6\u00dferen Tagebaust\u00e4tten in H\u00fcrth.<\/p>\n<p>Wir kehren um und gehen ganz bis zum expressionistischen Holzkreuz zur\u00fcck. Hier biegen wir auf die abw\u00e4rts f\u00fchrende Schotterpiste. Am Horizont ragen die Hochh\u00e4user des K\u00f6lnberg auf, der Weg selbst f\u00fchrt zwischen Feldern und Wiesen hindurch. Wir erreichen ein kleines Teerstr\u00e4\u00dfchen, biegen rechts ab und gehen wieder hangaufw\u00e4rts, bis wir die Nu\u00dfallee erreichen, nur wenige Meter unterhalb von Haus Kendenich.<\/p>\n<p>(*) Wir folgen der Nu\u00dfallee talw\u00e4rts und \u00fcberqueren Bonnstra\u00dfe und die Gleise der Linie 18. Direkt hinter den Gleisen biegen wir links in einen Schotterweg. Links von uns verl\u00e4uft die Bahnlinie, rechts liegen Felder, Wiesen und Brachfl\u00e4chen. Schon seit Jahren m\u00f6chte die Stadt H\u00fcrth hier ein gro\u00dfes Gewerbegebiet ansiedeln, in den Bau von Stra\u00dfen und Infrastruktur sind bereits einige Millionen Euro gepumpt worden, nur die Nachfrage scheint nicht so richtig ins Laufen zu kommen. Bisher haben sich jedenfalls nur wenige Betriebe hier angesiedelt. Wir folgen der Schotterpiste bis zu dem Punkt, wo sie in einen schmaleren, Weg \u00fcbergeht: Dort biegt auch ein gras\u00fcberwachsener Trampelpfad rechts ab und f\u00fchrt zwischen zwei Feldern hindurch, in etwa auf den Turm mit dem MMC-Einhorn zu. Zwischen den \u00c4ckern gibt es einige Flecken mit dichtem Geb\u00fcsch: Hier befanden sich w\u00e4hrend des Kriegs einige der Flakstellungen, die rings um K\u00f6ln installiert wurden. Viel zu sehen gibt es davon aber nicht mehr: Die sp\u00e4rlichen \u00dcberreste sind von dichten Brombeerhecken \u00fcberwuchert.<\/p>\n<p>Wir erreichen die neu gebaute Winterstra\u00dfe, biegen rechts ab und gehen an einer Fu\u00dfballhalle vorbei. Kurz darauf biegen wir links ab in die Neumannstra\u00dfe und erreichen einen privaten Parkplatz f\u00fcr die Mieter des <em>Carr\u00e9e Campanile<\/em>. Von hier aus gibt es einen kleinen Durchgang, der direkt zur Kapelle f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Der R\u00fcckweg l\u00e4sst sich von hier aus auf zwei Wegen antreten: Um nach Vochem zur\u00fcck zu kommen, geht man von der B\u00f6hm Chapel aus auf der Hans-B\u00f6ckler-Stra\u00dfe nach links in Richtung Herm\u00fclheim und erreicht nach wenigen Minuten die Haltestelle der Linie 18. Wer direkt nach K\u00f6ln (oder Bonn) will, geht rechts auf der Hans-B\u00f6ckler-Stra\u00dfe zum Bahnhof, vorbei an einem etwas verwitterten Kriegerdenkmal (dessen Steine von der K\u00f6lner S\u00fcdbr\u00fccke stammen) und an einer denkmalgesch\u00fctzten Villa, die fr\u00fcher dem Besitzer der K\u00f6lner Holzbauwerke geh\u00f6rte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von einer Kultst\u00e4tte auf gr\u00fcner Wiese zur Kulturst\u00e4tte im Neubaugebiet: Die Ursulakirche in H\u00fcrth-Kalscheuren ist eine von vielen Kirchen im Rheinland, die in den vergangenen Jahren geschlossen wurden. 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