{"id":653,"date":"2007-11-29T14:26:24","date_gmt":"2007-11-29T11:26:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=653"},"modified":"2007-11-29T17:26:08","modified_gmt":"2007-11-29T14:26:08","slug":"endless-pleasure","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2007\/11\/29\/endless-pleasure\/","title":{"rendered":"Endless Pleasure"},"content":{"rendered":"<p>Longtailigere M\u00e4rkte als den f\u00fcr klassische Musik gibt es kaum: CDs verkaufen sich nicht in hohen St\u00fcckzahlen, von Pop-Stars wie Lang Lang oder Nigel Kennedy mal abgesehen, aber im Idealfall \u00fcber einen langen Zeitraum. F\u00fcr eine Musikindustrie, deren Interesse eher dahingeht, m\u00f6glichst viel in m\u00f6glichst kurzer Zeit abzusetzen, kann so ein Nischenmarkt eigentlich kaum interessant sein. Dementsprechend wenig Angebote gibt es bisher f\u00fcr Downloads klassischer Musik.<\/p>\n<p>Nun kommt etwas Bewegung in diese Landschaft, und es wird interessant sein, zu sehen, welche Wellen zwei Meldungen aus dieser Woche schlagen. Da ist einmal die Sopranistin <a href=\"http:\/\/www.barbarahendricks.com\">Barbara Hendricks<\/a> gemacht, die <a href=\"http:\/\/www.inrainbows.com\">nach dem Vorbild von Radiohead<\/a> &#8211; ein ganzes Album f\u00fcr einen frei w\u00e4hlbaren Preis ins Internet gestellt hat.<!--more--><\/p>\n<p><em>Endless Pleasure<\/em> ist eine sch\u00f6ne Zusammenstellung barocker Lieder und Arien von Purcell und H\u00e4ndel: Den Download kann ich also gern empfehlen. Wer mehr als sieben Euro bezahlt, kann au\u00dferdem noch zwei weitere CDs (Schumann-Lieder und <em>Canciones Espa\u00f1olas<\/em>) zum jeweils gleichen Preis bestellen. Mit der Aktion sorgt Hendricks auch f\u00fcr ein bi\u00dfchen Aufmerksamkeit f\u00fcr ihr eigenes Label, <a href=\"http:\/\/www.arteverum.com\/\">Arte Verum<\/a>, das Anfang des Jahres an den Start ging.<\/p>\n<p>Hendricks&#8216; Schritt k\u00f6nnte unter Interpreten klassischer Musik eine \u00e4hnliche Entwicklung ausl\u00f6sen wie das in der Pop-Musik schon hier und da zu beobachten ist: Mehr Autonomie in den Produktions- und Vertriebsbedingungen der eigenen Musik zu suchen. Prominente Namen haben es nat\u00fcrlich auch hier einfacher, aber auch die klassischen Labels m\u00fcssen sich Gedanken dar\u00fcber machen, wie sie zum Beispiel einen Thomas Quasthoff davon \u00fcberzeugen, dass sie unverzichtbar sind.<\/p>\n<p>Und dann gibt es also die neue Online-Plattform der <a href=\"http:\/\/www.dgwebshop.com\">Deutschen Grammophon<\/a>, auf der ich mich gestern eine Weile herumgetrieben habe. Dort gibt es nun wirklich ein gro\u00dfes Angebot (2.400 Titel ist die offizielle Zahl), aber alles andere w\u00e4re bei einem Namen wie der Deutschen Grammophon auch seltsam.<\/p>\n<p>Sch\u00f6n ist die M\u00f6glichkeit, dass man \u00fcber die Plattform auch Titel herunterladen kann, die auf CD vergriffen sind &#8211; auch wenn mich bei einigen CDs wundert, wie schnell die offensichtlich aus dem Katalog genommen wurden. Einige Titel sind gerade mal etwas \u00fcber ein Jahr alt &#8211; und dementsprechend auch noch hier und da auf CD zu bekommen, teilweise zu g\u00fcnstigeren Preisen als im Online-Shop. (So eine Rubrik bietet also auch die M\u00f6glichkeit, einen Katalog noch schneller durchzuschleifen und Kosten f\u00fcr physische Produktion und Lagerhaltung zu senken.)<\/p>\n<p>Die CD-Booklets sind in der Regel als PDF verf\u00fcgbar. Die Preise f\u00fcr Downloads bewegen sich so im \u00fcblichen Rahmen; ich hatte beim oberfl\u00e4chlichen Durchforsten den Eindruck, dass einige Titel, die auf CD in Billigpreis-Reihen verf\u00fcgbar sind, sogar etwas teurer sind (zum Beispiel einige Titel der blauen Archiv-Reihe), aber vielleicht t\u00e4usche ich mich da.<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t ist akzeptabel: MP3-Dateien im 320 kbs\/sec., das reicht f\u00fcr den Hausgebrauch. Aber vielleicht k\u00f6nnte man f\u00fcr interessierte H\u00f6rer auch bessere Formate anbieten, meinetwegen zu einem etwas h\u00f6heren Preis? Was man sicher nochmal \u00fcberdenken sollte, ist die Preisgestaltung f\u00fcr die Downloads einzelner St\u00fccke. Das k\u00f6nnte man sicher noch etwas flexibler gestalten &#8211; <del datetime=\"2007-11-29T14:24:19+00:00\">momentan kostet jeder Einzeldownload einheitlich \u20ac1.29, unabh\u00e4ngig von L\u00e4nge oder Art des St\u00fccks, egal, ob es sich um ein kleines Pr\u00e4ludium handelt oder eine gro\u00dfe Arie<\/del> (Edit: Ich sehe gerade, dass es da doch eine Staffelung gibt: \u20ac1,29 ist wohl der Mindestpreis, es geht aber auch teurer und das scheint abh\u00e4ngig von der Dauer des St\u00fccks zu sein: St\u00fccke \u00fcber 7 Minuten kosten mindestens \u20ac1,99, \u00fcber 10 Minuten finde ich f\u00fcr \u20ac2,69 und \u00fcber 15min\u00fctige f\u00fcr \u20ac2.99). Dumm aber auch, dass sich diese Komponisten nicht an einheitliche und Single-taugliche Formate halten konnten.<\/p>\n<p>Man kann alle Titel anspielen, und dankenswerterweise hat man auch bedacht, dass es bei klassischer Musik oft ein bi\u00dfchen mehr Zeit braucht, um sich in eine Interpretation hineinzuh\u00f6ren: Die Ausschnitte, die ich gefunden habe, sind alle von vern\u00fcnftiger L\u00e4nge. Auch insgesamt ist die Qualit\u00e4t der Downloads akzeptabel<\/p>\n<p>Hier und da w\u00fcnscht man sich ein bi\u00dfchen ausf\u00fchrlichere Beschreibungen zu den CDs, aber erstens gibt&#8217;s die in den Print-Katalogen auch nicht immer und zweitens kommt das vielleicht noch &#8211; an einigen Stellen merkt man der Plattform eine gewisse Vorl\u00e4ufigkeit an. Die Rubrik &#8222;What&#8217;s coming&#8220; ist momentan einfach eine Leerstelle.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Longtailigere M\u00e4rkte als den f\u00fcr klassische Musik gibt es kaum: CDs verkaufen sich nicht in hohen St\u00fcckzahlen, von Pop-Stars wie Lang Lang oder Nigel Kennedy mal abgesehen, aber im Idealfall \u00fcber einen langen Zeitraum. 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