{"id":658,"date":"2007-12-11T13:21:47","date_gmt":"2007-12-11T10:21:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=658"},"modified":"2007-12-11T13:21:47","modified_gmt":"2007-12-11T10:21:47","slug":"der-erste-deutsche-im-all","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2007\/12\/11\/der-erste-deutsche-im-all\/","title":{"rendered":"Der erste Deutsche im All"},"content":{"rendered":"<p>Gut: Siegfried J\u00e4hn war der erste Deutsche, der in einer kleinen Blechkiste um die Erde flog. Aber das ist doch blo\u00df eine kosmische Spritztour gewesen und nichts gegen eine Ausbildung auf Sirius.<\/p>\n<p>Vor ein paar Jahren hatte ich eine Radiosendung vorzubereiten, in der es um ber\u00fchmte V\u00e4ter und ihre S\u00f6hne ging. Markus Stockhausen war auch eingeladen, und wir f\u00fchrten telefonisch ein Vorgespr\u00e4ch. Das war eine sehr angenehme Unterhaltung, auch wenn (besser: gerade weil) Stockhausen zur\u00fcckhaltend mit pers\u00f6nlichen Details umging. Es liess sich auch so einiges erfahren \u00fcber den anregenden und anstrengenden Umgang mit jemandem, der nicht nur als Genie galt, sondern auch als eines lebte.<!--more--><\/p>\n<p>Es gibt ja in Stockhausens Biographie einige archetypische Merkmale, zu denen sich Parallellen in den Lebensgeschichten anderer gro\u00dfer Monomanen finden lassen. Beim Lesen der Nachrufe ist mir bei einigen Punkten Arno Schmidt eingefallen: Herkunft aus eher bescheidenen Verh\u00e4ltnissen &#8211; daraus resultierend eine dynamische Kombination von Einzelk\u00e4mpfertum und Dicksch\u00e4deligkeit, die einem erstmal hilft, den Kopf rauszustecken und Position zu beziehen &#8211; der R\u00fcckzug in die Provinz, wenn man im Geplapper der Szenen nicht mehr mittun will oder kann &#8211; dort dann die Arbeit an einer k\u00fcnstlerischen Superformel, der alle Produktion, nicht nur die eigene, unterworfen werden soll &#8211; das Abdriften in einen selbstgebauten, selbstreferenziellen Kosmos, in dem das Nachfolgen immer schwieriger wird, weil die Bezugssysteme nicht mehr durchgehend von dieser Welt sind. (Und dann doch immer wieder der Blick durch&#8217;s Fernrohr in die Welt, um &#8211; wie Diedrich Diederichsen mal zu einem Foto von Arno Schmidt geschrieben hat &#8211; nachzugucken, ob da nicht jemand kommt, den man wegscheuchen oder wenigstens i<a href=\"http:\/\/www.thewire.co.uk\/articles\/425\/\">n die Schranken weisen kann<\/a>.)<\/p>\n<p>Ich bin &#8211; wie die meisten meiner Generation, die sich sowas anh\u00f6ren &#8211; auch nur einer der sp\u00e4t berufenen Stockhausen-H\u00f6rer, die \u00fcber den Umweg der ganzen Ambient-Elektronik-Welt neugierig gemacht wurden. Stockhausen als Pionier der elektronischen Komposition und der Studio-als-Instrument-Denke: Es sind vor allem die fr\u00fchen Werke, die ich auch heute noch frisch und aufregend finde: Kontakte, der Gesang der J\u00fcnglinge &#8230;. mit dem ganzen kosmischen Wagalaweia des <em>Licht<\/em>-Zyklus kann ich dagegen nur punktuell was anfangen: Das ist der Soundtrack f\u00fcr die Bar am Ende des Universums, und die kann ich eh nicht frequentieren.<\/p>\n<p>&#8222;Engel sind neugierig, aber h\u00f6flich&#8220;, hat Karlheinz Stockhausen vor einigen Jahren geschrieben. Dann hat er jetzt wohl sein Publikum gefunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gut: Siegfried J\u00e4hn war der erste Deutsche, der in einer kleinen Blechkiste um die Erde flog. Aber das ist doch blo\u00df eine kosmische Spritztour gewesen und nichts gegen eine Ausbildung auf Sirius. 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