{"id":668,"date":"2008-01-14T18:54:21","date_gmt":"2008-01-14T15:54:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=668"},"modified":"2008-01-14T18:54:21","modified_gmt":"2008-01-14T15:54:21","slug":"zeitschriften-des-spanischen-burgerkrieges","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2008\/01\/14\/zeitschriften-des-spanischen-burgerkrieges\/","title":{"rendered":"Zeitschriften des spanischen B\u00fcrgerkrieges"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2026\/2184886903_b360b47336_o.jpg\" alt=\"Nova Iberia\" \/><a href=\"http:\/\/www.magazinesandwar.com\/\">Magazines &#038; War<\/a> ist das Online-Relikt einer Ausstellung, die von Januar bis April 2007 in Madrid stattfand und sich, so der Untertitel, der &#8222;Print-Kultur&#8220; in den Jahren 1936-1939 widmete. Ein sehenswertes Relikt ist es allemal: Die Website bietet, in einem sehr ansprechenden Layout, einen \u00dcberblick \u00fcber Zeitschriften, Illustrierte, Magazine, die in dieser Zeit erschienen sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Magazine, die auf Design und Fotografie besonderen Wert legten. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2079\/2184886899_4524faf779_m.jpg\" alt=\"Aire\" \/><\/p>\n<p>Dass die Geburt der Illustrierten eine wichtige Rolle f\u00fcr die Entwicklung der modernen Kunst gespielt hat, war eine der Thesen, die die Ausstellung transportieren sollte: Die moderne Form der Zeitschriftengestaltung, mit ihrem gr\u00f6\u00dferen Augenmerk auf Layout und Design, bot ein zus\u00e4tzliches Medium zur Kommunikation neuer \u00e4sthetischer und grafischer Ideen. Zugleich haben die formalen Trends moderner Kunst &#8211; Abstraktion, Reduktion, \u00dcberzeichnung &#8211; auch ihrerseits Konsequenzen f\u00fcr die \u00f6ffentliche Auseinandersetzung mit den Inhalten gehabt, die dadurch transportiert wurden. (Und umgekehrt die Auseinandersetzung der Kunst mit den \u00f6ffentlichen Themen beeinflusst.)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2310\/2184886901_d9a2af16d6_m.jpg\" alt=\"Impet\u00fa\" \/><\/p>\n<p>Das l\u00e4sst sich auf der Website in einigen F\u00e4llen sehr detailliert nachvollziehen. Einige Zeitschriften k\u00f6nnen komplett durchbl\u00e4ttert werden, und auch wenn es zwischen den einzelnen Beispielen gro\u00dfe Unterschiede gibt, sieht man doch, wie gezielt an vielen Stellen Grafik, Typographie und Fotografie eingesetzt werden, um die Resonanz von Botschaften und Inhalten zu beeinflussen und die Freiheit des Lesers, einfach weiterzubl\u00e4ttern, herauszufordern. Das gilt nicht nur f\u00fcr die propagandistischen Inhalte im engeren Sinn: Der Krieg ist st\u00e4ndig pr\u00e4sent, aber er l\u00e4sst hier und da immer noch Atempausen f\u00fcr Modestrecken, kulturhistorische Belehrungen oder feuilletonistische Betrachtungen. Aber gerade in diesen Versuchen, innerhalb der Apokalypse das Allt\u00e4gliche zu behaupten, zeigt, wie sehr dieser Krieg auch eine Auseinandersetzung \u00fcber die Moderne an sich war, und mit den unterschiedlichen Modellen, die die Dynamik der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen miteinander auss\u00f6hnen sollten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2297\/2185986248_eedde5c23c.jpg\" alt=\"Economia\" \/><\/p>\n<p>Das ist an mehr als einer Stelle Thema, etwa in der Wirtschaftszeitschrift <em>Economia<\/em> &#8211; eine Art katalanischer Urahn von <a href=\"http:\/\/www.brandeins.de\">brand eins<\/a>, scheint mir &#8211; , wo mit den Mitteln des Layouts eine Katalonien als explizit moderne Nation aufgebaut werden soll. Aber auch die franquistischen Magazine kommen gar nicht darum herum, sich auf der grafischen Ebene in eine Auseinandersetzung zu begeben, die sonst mit Waffengewalt niedergek\u00e4mpft wurde; so findet zum Beispiel  &#8211; ebenfalls katalanischen &#8211; Zeitschrift <em>V\u00e9rtice<\/em> neben \u00fcblichen reaktion\u00e4r-katholischen Blut-und-Boden-\u00c4sthetik auch Raum f\u00fcr spielerische grafische Experimente.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2387\/2185180461_c15370ce6f_o.jpg\" alt=\"V\u00e9rtice\" \/><\/p>\n<p>Und zwischen all dem steht die omnipr\u00e4sente und auch in der intensivsten Phase des Kriegs nicht pausierenden Werbung wie ein zynischer Kommentar, beispielsweise wenn &#8222;gegen Schmerzen&#8220; einfach eine Tube Aspirin empfohlen wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm3.static.flickr.com\/2188\/2185180457_f8a23c70a2_m.jpg\" alt=\"Aspirin\" \/><\/p>\n<p>Offensichtlich scheint es bei der University of Illinois noch weitere Best\u00e4nde zu geben. Der <a href=\"http:\/\/images.library.uiuc.edu:8081\/cdm4\/browse.php?CISOROOT=%2Fscw\">entsprechende Link<\/a> funktioniert bei mir allerdings nicht (&#8222;No permission to access this collection&#8220;) &#8211; was allerdings auch f\u00fcr andere Rubriken der digitalen Bibliothek dieser Uni gilt. Nur mein Problem oder ein allgemeines?<\/p>\n<p>(<a href=\"http:\/\/aggregat456.tumblr.com\/post\/23191354\">Via.<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Magazines &#038; War ist das Online-Relikt einer Ausstellung, die von Januar bis April 2007 in Madrid stattfand und sich, so der Untertitel, der &#8222;Print-Kultur&#8220; in den Jahren 1936-1939 widmete. Ein sehenswertes Relikt ist es allemal: Die Website bietet, in einem sehr ansprechenden Layout, einen \u00dcberblick \u00fcber Zeitschriften, Illustrierte, Magazine, die in dieser Zeit erschienen sind. 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