{"id":693,"date":"2008-06-04T22:15:58","date_gmt":"2008-06-04T19:15:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=693"},"modified":"2008-06-04T22:15:58","modified_gmt":"2008-06-04T19:15:58","slug":"nubbeldud","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2008\/06\/04\/nubbeldud\/","title":{"rendered":"Nubbeldud"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3035\/2550668456_7a807472ce.jpg\" alt=\"Nubbeldud\" \/><\/p>\n<p>Nubbeldud: ein Wort, das Google noch nicht kennt (was sich aber hiermit wohl \u00e4ndern d\u00fcrfte). Dabei wurde genau das gestern in meiner Strasse gefeiert. Was ein Nubbel ist, wei\u00df das World Wide Web nat\u00fcrlich schon l\u00e4ngst, auch dank Wikipedia, n\u00e4mlich<\/p>\n<blockquote><p>eine zurechtgemachte und angekleidete mannsgro\u00dfe Strohpuppe [und] die Figur des S\u00fcndenbocks im rheinischen Karneval. [&#8230;] Der Nubbel h\u00e4ngt in der Karnevalszeit \u00fcber vielen Kneipen und wird in der letzten Karnevalsnacht verbrannt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Weil der K\u00f6lner die Abwesenheit von Karneval nur schwer ertr\u00e4gt, sucht und findet er gerne auch weitere Anl\u00e4sse zum Feiern, und nat\u00fcrlich l\u00e4sst sich auch ein &#8222;Nubbeldud&#8220;, der Tod eines Nubbels, zu anderen Jahreszeiten inszenieren. Zum Beispiel bei einer ordentlichen Veedelskirmes.<\/p>\n<p>Stra\u00dfenfeste haben es zur Zeit schwer in K\u00f6ln, einige sind abgesagt worden oder stehen auf der Kippe. Die Schuld wird an einigen Stellen gesucht: Die GEMA-Geb\u00fchren seien zu hoch, hei\u00dft es, au\u00dferdem wird ein gro\u00dfer Teil der Feste in und um K\u00f6ln von einer einzigen Agentur organisiert, was zu ihrer Gleichf\u00f6rmigkeit und Austauschbarkeit gef\u00fchrt habe, monieren einige Einzelh\u00e4ndler. (Die sind wiederum nicht mehr so scharf auf Stra\u00dfenfeste nicht mehr so angewiesen, seit es verkaufsoffene Feiertage gibt und damit andere Gelegenheiten, auch au\u00dferhalb der regul\u00e4ren \u00d6ffnungszeiten auf sich aufmerksam zu machen.)<\/p>\n<p>Die Kunibertskirmes ist eher eine Block-Party auf mikrokosmischer Ebene, f\u00fcr die paar Menschen, die zwischen Th\u00fcrmchenswall und Unter Krahnenb\u00e4umen wohnen. H\u00e4tte uns der freundliche Kellner des &#8222;K\u00f6bes&#8220; (Eckkneipe und Epizentrum des Spirits of Saint Kunibert) nicht darauf hingewiesen, h\u00e4tten wir auch gar nichts davon mitbekommen und uns allenfalls \u00fcber die fr\u00f6hliche Dixieland-Combo gewundert, die pl\u00f6tzlich die Stra\u00dfe entlang marschierte.<\/p>\n<p>So war&#8217;s dann einer dieser feinen Momente, in dem sich k\u00f6lsches Jem\u00f6\u00f6t und der Weltgeist fr\u00f6hlich eins zu prosten. Auch wenn dem chinesischen Musikstudenten neben uns die Erkl\u00e4rung, dass die Leute da einfach mal so feiern und vermutlich gar keinen Anlass dazu haben, nicht recht einleuchten wollte. Umso besser gefiel ihm dann das echt k\u00f6lsche Fazit des Abends, ein wahrer Call-and-Response-Klassiker rheinischer Stra\u00dfenkultur, n\u00e4mlich das gute alte <a href=\"www.koelsch-ags.de\/de\/3.html?cmsDL=6694907e28dbce737a3f28b92ce73b57\">Lied vom Parapl\u00fc<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Es dat nit dat Engk vum Leed,<br \/>\njo, dat es dat Engk vum Leed.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nubbeldud: ein Wort, das Google noch nicht kennt (was sich aber hiermit wohl \u00e4ndern d\u00fcrfte). Dabei wurde genau das gestern in meiner Strasse gefeiert. 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