{"id":697,"date":"2008-06-11T16:19:20","date_gmt":"2008-06-11T13:19:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=697"},"modified":"2008-06-11T16:27:09","modified_gmt":"2008-06-11T13:27:09","slug":"vom-erwachen-der-vorstadte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2008\/06\/11\/vom-erwachen-der-vorstadte\/","title":{"rendered":"Vom Erwachen der Vorst\u00e4dte"},"content":{"rendered":"<p>Das Profil der amerikanischen Vorst\u00e4dte \u00e4ndert sich, <a href=\"http:\/\/www.economist.com\/displaystory.cfm?story_id=11449846\">schreibt der <em>Economist<\/em><\/a>. Die ethnische und soziale Vielfalt, die fr\u00fcher charakteristisch f\u00fcr die St\u00e4dte war, wandert inzwischen in die Au\u00dfenbezirke.<\/p>\n<blockquote><p>According to William Frey, a demographer, the white population of big-city suburbs grew by 7% between 2000 and 2006. In the same period the suburban Asian population grew by 16%, the black population by 24% and the Hispanic population by an astonishing 60%. Many immigrants to America now move directly to the suburbs without passing through established urban ghettos.<\/p><\/blockquote>\n<p>Umgekehrt hat die Gentrifizierung der Innenst\u00e4dte dazu gef\u00fchrt, dass das multikulturelle Flair allm\u00e4hlich verschwindet:<\/p>\n<blockquote><p>Los Angeles, which markets itself as the city \u201cwhere the world comes together\u201d, and New York (\u201cthe world&#8217;s second home\u201d) both added whites and lost blacks between 2000 and 2006. So many blacks moved out of Los Angeles that, were the exodus to continue unabated, they would disappear from the city around 2050.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist eine interessante Beobachtung. Haben die Metropolen ihre Rolle als &#8222;melting pots&#8220; etwa eingeb\u00fc\u00dft, gerade zu dem Zeitpunkt, wo sie als Lebensr\u00e4ume der kreativen Klassen ein neues urbanes Profil bekommen sollen? Tobt das Leben jetzt in den Vorst\u00e4dten? Oder sind die demographischen Ver\u00e4nderungen dort nur eine logische Konsequenz der allgemeinen Tendenz zur Verst\u00e4dterung?<\/p>\n<p>Der <em>Economist<\/em>-Artikel setzt sicher nur ein kleines Schlaglicht, das zudem ausschlie\u00dflich der amerikanischen Situation gilt. Man k\u00f6nnte auch einwenden, dass die genannten Suburbs nicht unbedingt typisch sind, weil sie ihre dynamische Entwicklung ganz speziellen Umst\u00e4nden verdanken &#8211; vor allem der N\u00e4he zu einer bedeutenden Metropole. St\u00e4dtische Ph\u00e4nomene m\u00f6gen zwar aus den Zentren in die \u00e4u\u00dferen Bezirke wandern, aber sie sind nicht wirklich von bestimmten infrastrukturellen Gegebenheiten entkoppelt.<\/p>\n<p>Dennoch ist der Trend, dass sich Vororte von reinen Schlafd\u00f6rfern zu Orten mit eigenem Profil und eigener Dynamik entwickeln, bemerkenswert genug. Der <em>Economist<\/em>-Artikel liefert zwar nur ein Schlaglicht, und das auch nur f\u00fcr die amerikanische Situation, aber einige der angesprochenen Effekte lassen sich sicher auch in Europa beobachten (etwa, um nur ein beliebiges Beispiel zu nennen, das steigende Interesse am Bau eines Eigenheims bei den Nachkommen der ersten Gastarbeiter-Generation). Jedenfalls k\u00f6nnten da ein paar interessante Ideen entstehen, wie sich das Verh\u00e4ltnis zwischen Stadt und Umland in Zukunft entwickeln k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Profil der amerikanischen Vorst\u00e4dte \u00e4ndert sich, schreibt der Economist. Die ethnische und soziale Vielfalt, die fr\u00fcher charakteristisch f\u00fcr die St\u00e4dte war, wandert inzwischen in die Au\u00dfenbezirke. According to William Frey, a demographer, the white population of big-city suburbs grew by 7% between 2000 and 2006. 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