{"id":702,"date":"2010-05-27T17:03:26","date_gmt":"2010-05-27T14:03:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=702"},"modified":"2010-05-27T17:17:31","modified_gmt":"2010-05-27T14:17:31","slug":"ruhrhalden-tour-ii","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2010\/05\/27\/ruhrhalden-tour-ii\/","title":{"rendered":"Ruhrhalden-Tour II"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4004\/4628188864_e8e44b9942.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Auf Halde Norddeutschland\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4004\/4628188864_e8e44b9942.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Auf Halde Norddeutschland\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Pfingstwetter war ein guter Anlass, die Tour \u00fcber ausgew\u00e4hlte Ruhrhalden fortzusetzen. Diesmal ging die Fahrt in den westlichen, linksrheinischen Teil des Ruhrgebiets. Eine Region also, von der gerne vergessen wird, dass sie auch noch dazu geh\u00f6rt: Wenn man vom Revier spricht, meint man meistens Duisburg, Essen oder Dortmund, aber selten Kamp-Lintfort, Moers oder Neukirchen-Vluyn. F\u00fcr viele meiner rheinischen Bekannten ist das hier schon der Niederrhein. Auch in der Region ist man mit der Zugeh\u00f6rigkeit zum Ruhrgebiet nicht durchweg gl\u00fccklich: Im zust\u00e4ndigen Kreis Wesel gibt es seit Jahren einige Stimmen, die einen Ausstieg aus dem Regionalverband Ruhr bef\u00fcrworten. Der Versuch, das Anliegen politisch umzusetzen, scheiterte vor knapp zwei Jahren allerdings recht spektakul\u00e4r, und ist damit erst mal f\u00fcr einige Zeit vom Tisch.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.gpsies.com\/mapOnly.do?fileId=hoojhvmvzmsrweob\" width=\"500\" height=\"350\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" title=\"GPSies - Ruhrhalden-Tour II\"><\/iframe><!--more--><\/p>\n<p>Man kann den Wunsch, sich auszuklinken, ein St\u00fcck weit verstehen: Wer ist schon gerne Randlage? Aber wir sind hier ganz ohne Zweifel noch im Revier: Der Blick auf die beeindruckenden F\u00f6rdert\u00fcrme der Zechen Friedrich-Heinrich oder Rossenray gen\u00fcgt, um einen Hinweis darauf zu bekommen, welche Branche die Wirtschaftsgeschichte der Region dominiert hat. Und wie rechts des Rheins wurde nat\u00fcrlich auch hier nicht nur gef\u00f6rdert, sondern auch flei\u00dfig entsorgt: Mit den Halden Norddeutschland, Pattberg und Rheinpreu\u00dfen liegen drei der interessantesten Bergedeponien auf dieser Seite des Flusses, und noch dazu relativ nah beieinander.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4034\/4628218112_681cd2a7e0.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Spazierwege auf Halde Norddeutschland\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4034\/4628218112_681cd2a7e0.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Spazierwege auf Halde Norddeutschland\" \/><\/a><\/p>\n<p>An dieser Stelle noch einmal kurz der Hinweis auf den empfehlenswerten, gerade erschienen <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3837501701?ie=UTF8&#038;tag=nightlybuilds-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3837501701\">Haldenf\u00fchrer von Wolfgang Berke<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=nightlybuilds-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3837501701\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>, den ich im <a href=\"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=646\">voraufgegangenen Beitrag<\/a> schon (wenn auch nur en passant) erw\u00e4hnt habe. Das Buch ist ein relativ schlankes B\u00e4ndchen, bietet aber trotzdem zahlreiche praktische Informationen und kurze Abrisse der Entstehungsgeschichte von insgesamt 52 Halden, darunter nicht nur die prominenten &#8222;Landmarken&#8220;, sondern auch weniger bekannte Areale und eine Handvoll Sperrgebiete, die nur von au\u00dfen betrachtet werden d\u00fcrfen. F\u00fcr einen ersten Einstieg in das Thema, einen \u00dcberblick \u00fcber die unterschiedlichen Gestaltungsformen der Halden und als Orientierungshilfe vor Ort ein unerl\u00e4ssliches Hilfsmittel.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4029\/4627486697_3a5b868670.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Heinrich-Hildebrand-H\u00f6he vom Angerbachweg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4029\/4627486697_3a5b868670.jpg\" width=\"333\" height=\"500\" alt=\"Heinrich-Hildebrand-H\u00f6he\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zur\u00fcck zur Tour: Obwohl es auf die linke Rheinseite gehen sollte, haben wir einen l\u00e4ngeren Anlauf genommen und rechtsrheinisch begonnen: Startpunkt war der Bahnhof des Flughafens D\u00fcsseldorf, also quasi noch vor den Toren des Ruhrgebiets. Von hier aus geht es durch Waldgebiete und Felder in die s\u00fcdlichen Vororte von Duisburg. Hier schwenkt man s\u00fcdlich des Ortsteils Ungelsheim auf einen sch\u00f6nen Radweg entlang des Angerbachs, eines begradigten Wasserlaufs, der uns buchst\u00e4blich schnurstracks zur ersten Halde unserer Route f\u00fchrt, die etwa nach 14 Kilometern erstmals sichtbar wird.<\/p>\n<p><strong>Heinrich-Hildebrand-H\u00f6he (Angerpark)<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4067\/4627506295_c052b381bc.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Heinrich-Hildebrand-H\u00f6he, Angerpark\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4067\/4627506295_c052b381bc.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Heinrich-Hildebrand-H\u00f6he\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Hildebrand-H\u00f6he findet sich nicht in Berkes Buch, was vielleicht daran liegt, dass sie noch nicht sehr lange zug\u00e4nglich ist. Es handelt sich auch nicht um eine Bergehalde, sondern um eine fr\u00fchere M\u00fclldeponie: Jahrzehntelang entsorgte hier die Metallh\u00fctte Duisburg ihre Schlacken und nahm dabei nur wenig R\u00fccksicht auf \u00f6kologische Belastungen. 2005 meldete das Unternehmen (unter dem Namen MHD Sudamin) Insolvenz an, unter sehr merkw\u00fcrdigen und offenbar auch einigerma\u00dfen chaotischen Umst\u00e4nden. Jedenfalls war die Stadt Duisburg <a href=\"http:\/\/www.duisburg.de\/vv\/dezernatVI\/102010100000167247.php\">mit dem Problem konfrontiert<\/a>, m\u00f6glichst schnell ein \u00f6kologisch sinnvolles und nachhaltig funktionsf\u00e4higes Konzept f\u00fcr ein von Altlasten verseuchtes Areal zu entwickeln.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4051\/4628144560_fb879a2445.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Spazierwege im Angerpark\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4051\/4628144560_fb879a2445.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Spazierwege im Angerpark\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Ergebnis ist der Angerpark, eine Gr\u00fcnanlage in einem etwas unsortierten Umfeld aus Gro\u00dfindustrie, Hafenanlagen, Kl\u00e4rwerk und Wohnvierteln. Mittelpunkt des Parks ist die Heinrich-Hildebrand-H\u00f6he, die \u00fcber dem Giftm\u00fcll der Deponie modelliert wurde. Dabei handelt es sich um eine 33 Meter hohe k\u00fcnstliche Anh\u00f6he, benannt nach einem lokalen Heimatforscher, die demn\u00e4chst durch \u201edie spektakul\u00e4re Skulptur Tiger &#038; Turtle\u201c ebenfalls zu einer Landmarke aufgewertet werden soll. Momentan wirkt der baumlose Hang noch ein bisschen steril &#8211; wenn es im Baumarkt Landmarken zu kaufen g\u00e4be, s\u00e4hen die wohl auch so aus. Die geplante Gro\u00dfskulptur macht zudem einen etwas \u00fcberdimensionierten Eindruck, und wir fragen uns, ob in diesem Umfeld ein Park mit einer etwas kleinteiligeren, intimeren Struktur nicht angemessener w\u00e4re. Die Aussicht allerdings ist durchaus sehenswert, gerade deshalb, weil sie ein sehr gemischtes Panorama aus Industrie- und Wohnbebauung bietet. Der versprochene Rheinblick beschr\u00e4nkt sich allerdings auf ein kleines St\u00fcckchen, das zwischen den Industrie- und Hafenbauten sichtbar wird. Fazit: Momentan noch ein etwas monotoner Zauberberg, aber vielleicht w\u00e4chst sich das noch zurecht.<br \/>\nVom Angerpark bis zum n\u00e4chsten k\u00fcnstlichen Berg sind es knapp 23 Kilometer. Ein guter Teil der Strecke f\u00fchrt aber am Rhein entlang, zun\u00e4chst auf der rechten, dann auf der linken Flussseite. In Duisburg-Essenhausen fahren wir dann Richtung Westen nach Moers, auf ruhigen Seitenstra\u00dfen ums Stadtzentrum herum, schlie\u00dflich ein paar Kilometer n\u00f6rdlich, parallell zur A57.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4038\/4627610973_6e8b061fca.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Hallenhaus auf Halde Norddeutschland\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4038\/4627610973_6e8b061fca.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Hallenhaus\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Halde Norddeutschland<\/strong><\/p>\n<p>Norddeutschland sieht man schon von weitem aufragen. (Ein Satz, den man nicht oft sinnvoll in einem Text formulieren kann.) Sie ist \u2013 wie auch die beiden anderen linksrheinischen Halden auf unserem Weg \u2013 als Tafelberg gestaltet, geh\u00f6rt also zur sogenannten &#8222;zweiten Generation&#8220; der Bergehalden. Die erste Generation der Halden waren meist Spitzkegel, wie man sie heute noch vielfach in den ehemaligen Bergbaugebieten in Nordfrankreich und Belgien vorfindet (z.B. die beeindruckenden <a href=\"http:\/\/fr.wikipedia.org\/wiki\/Fichier:Loos-en-Gohelle.JPG\">Terrils von Loos-en-Gohelle<\/a> im Pas-de-Calais). Diese Kegel sind jedoch problematische Bauwerke: Sie neigen zur Selbstentz\u00fcndung, viele sind \u00fcber Jahre hinweg brennende Halden, die kaum gel\u00f6scht werden k\u00f6nnen. Die steilen H\u00e4nge sind au\u00dferdem nicht immer stabil, und sie lassen nur wenige M\u00f6glichkeiten zur Begr\u00fcnung und Gestaltung. In den Sechzigern begann man darum mit der Anlage von Tafelbergen, die nach beendeter Sch\u00fcttung leichter zu bepflanzen waren. Auch diese Tafelberge k\u00f6nnen freilich in Brand geraten (wie Rheinelbe in Gelsenkirchen oder Graf Moltke in Gladbeck), au\u00dferdem sind sie von au\u00dfen eindeutig als k\u00fcnstliche Gebilde erkennbar, was bei Anrainern oft auf wenig \u00e4sthetische Gegenliebe st\u00f6\u00dft. Seit den 80ern werden die Halden des Ruhrgebiets darum als \u201eLandschaftsbauwerke\u201c angelegt, f\u00fcr die schon im Vorfeld ausf\u00fchrliche (und unterschiedliche) Gestaltungs- und Nutzungskonzepte ausgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Norddeutschland ist noch ein Tafelberg. Das kastenf\u00f6rmige Aussehen mildert sich etwas, je n\u00e4her man der Halde kommt: Die Flanken sind weicher und mit kurvigen Einbuchtungen gestaltet. Der stufenf\u00f6rmige Aufbau sorgt immerhin daf\u00fcr, dass das Gipfelplateau relativ leicht zu erklimmen ist: Auf der Ostseite f\u00fchren die Wege quasi Etage f\u00fcr Etage mit angenehmen Steigungsprozenten bergauf.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4006\/4628227750_261e805215.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Panorama der Halde Norddeutschland\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4006\/4628227750_261e805215.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Panorama\" \/><\/a><\/p>\n<p>&#8222;Plateau&#8220; ist nicht ganz korrekt: Der Gipfel ist nicht v\u00f6llig flach, sondern nach innen leicht kraterf\u00f6rmig eingedellt. \u00dcber die Gestaltung kann man geteilter Meinung sein: Die kahle Fl\u00e4che hat etwas von der nutzlosen Melancholie einer Skipiste im Sommer. Als k\u00fcnstlerische Landmarke dient hier oben das Hallenhaus, ein skelettiertes Geb\u00e4ude, das ein Bindeglied zwischen traditionellen und industriellen Bauweisen darstellen soll, aber leider nur aussieht wie ein unvollendetes Festzelt. Aus unerfindlichen Gr\u00fcnden heisst der Platz vor dem Haus &#8222;Thingplatz&#8220;, das freut vielleicht ein paar der Metal-Fans, die sich hier oben j\u00e4hrlich zum <em>Dong Open Air<\/em> versammeln. (Falls Sie fragen: Dong hat nichts mit Rauschgiften zu tun, sondern ist nur der Name eines Dorfs am Fu\u00dfe der Halde.) Die Halde Norddeutschland kann \u00fcbrigens auch \u00fcber eine Treppe bestiegen werden, die hier ebenfalls &#8222;Himmelstreppe&#8220; hei\u00dft \u2013 Himmelstreppen scheinen f\u00fcr moderne Halden ja ein fast unverzichtbares Gestaltungselement zu sein.<\/p>\n<p>Den Aufstieg ist Norddeutschland auch allemal wert: Es gibt nur wenige Halden, die eine \u00e4hnlich spektakul\u00e4re Aussicht bieten k\u00f6nnen. (Eine werden wir allerdings gleich noch kennenlernen.) Der Blick erfasst hier ein 360 Grad umspannendes Panorama, von der niederrheinischen Ebene \u00fcber F\u00f6rdert\u00fcrme, Schornsteine und Kraftwerksanlagen bis zum \u00f6stlichen Ruhrgebiet. Einige der markantesten st\u00e4dtischen und wirtschaftlichen Landmarken des westlichen Ruhrgebiets sind von hier aus zu erfassen: Die oben erw\u00e4hnten F\u00f6rdert\u00fcrme von Friedrich Heinrich und Rossenray, der letzte der ber\u00fcchtigten <a href=\"http:\/\/www.weisse-riesen-kamp-lintfort.de\/\">&#8222;Wei\u00dfen Riesen&#8220; von Kamp-Lintfort<\/a> (der allerdings noch in diesem Jahr abgerissen werden soll), die riesigen Kraftwerksbauten von Voerde und Walsum, und nat\u00fcrlich einige der Halden und H\u00fcgel des Ruhrgebiets. Dazwischen ein buntes Patchwork an gr\u00fcnen, braunen und rapsgelben Feldern und verstreut hingesprenkelten Siedlungen. Eine Kuriosit\u00e4t ist \u00fcbrigens, das Norddeutschland hier sehr nahe an Irland liegt: Direkt an der A57 liegt die deutsche Zentrale von Kerrygold. (Man kommt in der Anfahrt zur Halde unmittelbar daran vorbei.)<\/p>\n<p>Wenn man sich sattgesehen hat, geht es in rasanter Abfahrt \u00fcber die Nordwestflanke der Halde hinab, vorbei am stillgelegten und streng bewachten Schacht 3 der Zeche Friedrich Heinrich, dann \u00fcber Landstra\u00dfen Richtung Kamp-Lintfort. Dort fahren wir am Rand der alten Bergarbeitersiedlung Friedrich Heinrich entlang, kurz nach Osten, und direkt an der A57 erreichen wir schon die n\u00e4chste Halde.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4013\/4628230304_f84445301f.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Blick auf Pattberg von Halde Norddeutschland\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4013\/4628230304_f84445301f.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Pattberg\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Halde Pattberg<\/strong><\/p>\n<p>Der <em>\u2013berg<\/em> im Pattberg hat nichts mit der Topographie zu tun: Der Name stammt von Heinrich Pattberg, einer der interessanteren Personen in der rheinischen Bergbaugeschichte. Pattberg brachte es vom Steiger in der Zeche Rheinpreu\u00dfen bis zu deren technischen Direktor, vor allem deshalb, weil er einige neue technische Methoden mitentwickelte. Zwei Sch\u00e4chte der Zeche Rheinpreu\u00dfen wurden nach ihm benannt und folglich auch die Halde, die den Abraum dieser Sch\u00e4chte aufnahm.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3378\/4628394690_59a7106834.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Gipfelkreuz auf dem Pattberg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3378\/4628394690_59a7106834.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Gipfelkreuz auf dem Pattberg\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auch der Pattberg ist ein Tafelberg, mit einer sanft ansteigenden Aufstiegsm\u00f6glichkeit, die im Westen der Halde fast komplett um den Berg herumf\u00fchrt, und einer steileren Serpentinenstrecke im Osten. Das Gipfelplateau wird durch eine Art k\u00fcnstliches Furche in zwei H\u00e4lften geteilt. Das Plateau ist ebenfalls kahl, aber B\u00e4ume und B\u00fcsche r\u00fccken hier n\u00e4her heran als auf Norddeutschland und geben dem Areal ein zur\u00fcckgezogeneres und besch\u00fctzteres Flair. Eine kleine Buckelpiste spricht f\u00fcr die Anwesenheit von Dirt Bikern, interessant sind dabei vor allem kleine Ablaufgr\u00e4ben neben der Fahrrinne: Improvisierte Landschaftsarchitektur. Insgesamt ist der Pattberg eine der beschaulicheren Halden: Kein hochgestyltes Highlight, aber ein angenehmes R\u00fcckzugsgebiet. In den Neunzigern wurde \u00fcbrigens an einem Hang sogar mal Wein angebaut, aber davon ist nichts mehr zu sehen.<\/p>\n<p>Der Weg zur n\u00e4chsten Halde ist ebenfalls nicht weit: Am Fu\u00df des Pattbergs geht es in s\u00fcdlicher Richtung an der Schachtanlage Pattberg vorbei und nach \u00dcberquerung der A42 durch die Moerser Vororte Repelen und Eick.<\/p>\n<p><strong>Halde Rheinpreu\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4011\/4627820157_d9568b2584.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Halde Rheinpreu\u00dfen\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4011\/4627820157_d9568b2584.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Halde Rheinpreu\u00dfen\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Halde Rheinpreu\u00dfen hat vielleicht die spektakul\u00e4rste Lage aller Halden: Vom Gipfel aus bietet sich ein fantastischeses Panorama. Fast scheint hier alles wie eine Kulisse angeordnet: Der Rhein, die Kraftwerks- und Industriebauten, Autobahn- und Eisenbahnbr\u00fccke, \u00c4cker und Wiesen, der Baerler Wald zu F\u00fc\u00dfen des Bergs mit den Resten des Baggersees, \u00fcber dem die Halde in erstaunlich kurzer Zeit aufget\u00fcrmt wurde.<\/p>\n<p>Auch Rheinpreu\u00dfen ist ein Tafelberg, aber dieser Halde merkt man das weniger deutlich an als Pattberg oder Norddeutschland. Der Wechsel zwischen steilen und flacheren H\u00e4ngen ist abwechslungsreicher gestaltet, ebenso die Vegetation: W\u00e4lder, Buschwerk und Rasenfl\u00e4chen sind hier auf eine fast &#8222;nat\u00fcrlich&#8220; wirkende Weise gemischt. Als k\u00fcnstlerische Landmarke wurde hier das <em>Geleucht<\/em> von Otto Piene installiert, ein leicht heideggernder Name f\u00fcr eine \u00fcberdimensionale Grubenlampe, die \u00fcber eine Aussichtsplattform verf\u00fcgt und nachts den Nordhang der Halde in rotes Licht taucht. (Landmarken, die buntes Licht verteilen, sind f\u00fcr eine moderne Halde fast so wichtig wie Himmelstreppen.) Interessanterweise wurde die Lampe nicht auf den h\u00f6chsten Punkt der Halde gesetzt, sondern leicht unterhalb. Ein kleines Detail, dass den h\u00fcgeligen Gipfel aber deutlich lebendiger und aufgelockerter erscheinen l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4072\/4628427828_a629dcc242.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"MTB-Trail auf Rheinpreu\u00dfen\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4072\/4628427828_a629dcc242.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"MTB-Trail auf Rheinpreu\u00dfen\" \/><\/a><\/p>\n<p>Es l\u00e4sst sich unschwer erkennen, dass Rheinpreu\u00dfen beliebtes Ausflugsterritorium ist. Spazierg\u00e4nger, Hundeausf\u00fchrer und nat\u00fcrlich Mountainbiker sind hier in gro\u00dfer Zahl unterwegs. Biker haben hier \u00fcbrigens ein paar besonders interessante gestalterische Eingriffe vorgenommen: Auf einigen der Trails abseits des breiten Hauptwegs sind mit Leuchtfarbe Markierungspfeile angebracht, die eine Art Einbahnstra\u00dfenregelung nahelegen. Der Aufstieg sollte demnach \u00fcber die S\u00fcdseite genommen werden, die Abfahrt \u00fcber den Nordhang. Mit Leuchtfarbe sind auch einige potenzielle Stolpersteine und Felsbrocken markiert, was vor allem in den schattigeren Abschnitten n\u00fctzlich ist.<\/p>\n<p>Auch die n\u00e4chste Halde ist nicht weit weg, allerdings m\u00fcssen wir wieder die Rheinseite wechseln: Nach der Abfahrt \u00f6stlich halten und \u00fcber die Autobahnbr\u00fccke der A42 \u00fcber den Fluss. Hier f\u00fchrt die Route wieder am Rhein entlang, auf einem Deich, der zwei unterschiedliche Landschaften auseinander h\u00e4lt: Zur linken idyllische Flu\u00dfauen, in denen Schafe grasen (sofern sie nicht zu ihrem deutlichen Mi\u00dfvergn\u00fcgen gerade geschoren werden), zur Rechten die gigantischen Installationen des Stahlwerks Bruckhausen. Nach kurzer Strecke h\u00e4lt der Weg auf einen kleinen H\u00fcgel zu: Unsere n\u00e4chste Station.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3362\/4628470228_acc51653c8.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Alsumer Berg und Kokerei Schwelgern\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3362\/4628470228_acc51653c8.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Alsumer Berg und Kokerei Schwelgern\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Alsumer Berg<\/strong><\/p>\n<p>Der etwa 50 Meter hohe Schutt- und Tr\u00fcmmerh\u00fcgel am Rhein ist nicht nur eine kleine gr\u00fcne Barriere gegen die andr\u00e4ngende Gro\u00dfindustrie, sondern auch ein Denkmal f\u00fcr einen verschwundenen Ort. Hier lag Alsum, ein kleines Fischernest, das um die Jahrhundertwende zum Kohleverladehafen ausgebaut wurde. Alsum, das &#8222;sch\u00f6ne Dorf am Rhein&#8220;, muss ein popul\u00e4rer Ort gewesen sein, der von der Duisburger und Hamborner gerne f\u00fcr Feiertagsausfl\u00fcge aufgesucht wurde. Bergsch\u00e4den f\u00fchrten jedoch zu einem Absinken des Gel\u00e4ndes und zu h\u00e4ufigen \u00dcberflutungen, so dass der Hafen schon in den Zwanziger Jahren wieder aufgegeben wurde. Das Dorf selbst wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerst\u00f6rt. Da das Gel\u00e4nde auch in den Nachkriegsjahren weiter sank, beschlo\u00df die Stadt Duisburg, den Ort aufzugeben und die Einwohner umzusiedeln.<\/p>\n<p>Eine Entscheidung, die bei vielen Einwohnern mit Verbitterung aufgenommen wurde: Es gab den Vorwurf, das hinter der Entscheidung eher der der Expansionsdrang der benachbarten Industrie stand und nicht die vermeintliche Gef\u00e4hrlichkeit des Territoriums. Es dauerte auch bis in die Mitte der Sechziger Jahre, bis die Umsiedlung abgeschlossen war. (Dass heute einige der Industriebauten auf damals f\u00fcr unsicher erkl\u00e4rtem Gebiet stehen, sei nur nebenbei erw\u00e4hnt.) Heute erinnert fast nichts mehr an Alsum, nur noch ein paar Stra\u00dfennamen und der H\u00fcgel, der auf dem von der Industrie nicht beanspruchten Gel\u00e4nde aufgesch\u00fcttet wurde.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4045\/4628483312_5e3e0f66a8.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Kokerei Schwelgern vom Alsumer Berg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4045\/4628483312_5e3e0f66a8.jpg\" width=\"333\" height=\"500\" alt=\"Kokerei Schwelgern\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der H\u00fcgel ist Landschaftsschutzgebiet, Fauna und Flora sind hier weitgehend sich selbst \u00fcberlassen. 2003 wurde der dichte Baum- und Buschbewuchs allerdings etwas gelichtet. Einzige gestalterische Eingriffe sind eine geteerte Rampe, die auf die Anh\u00f6he des H\u00fcgels f\u00fchrt, und eine Schotterpiste, die drei Aussichtspunkte verbindet. Von diesen Punkten guckt man wie aus einer Loge in die Industrieanlagen, die Alsum verschlungen haben. Vor allem der n\u00f6rdliche, mit einem Gipfelkreuz markierte Punkt, ist bemerkenswert: Hier schaut man direkt in das Gel\u00e4nde der Kokerei Schwelgern und kann sich ausgiebig mit dem undurchdringlichen Wald aus Rohren, T\u00fcrmen, Schornsteinen, Br\u00fccken und Treppen besch\u00e4ftigen: Eine r\u00e4tselhafte Welt, in der man nur vereinzelt kleine, behelmte Gestalten sieht, und trotzdem zischt, raucht und l\u00e4rmt alles so eindr\u00fccklich vor sich hin, dass man doch einen tieferen Sinn hinter diesem Chaos vermuten muss. Kein Wunder, dass dieser Platz bei Industriefotografen beliebt ist, die es hier <a href=\"http:\/\/www.medienkunstnetz.de\/kuenstler\/becher\/biografie\/\">den Bechers<\/a> gleichtun wollen.<\/p>\n<p>Unsere Route f\u00fchrt links um den H\u00fcgel herum, am Parkplatz &#8222;Alsumer Steig&#8220; vorbei zur Alsumer Stra\u00dfe. Wer hier s\u00fcdw\u00e4rts f\u00e4hrt, erreicht nach einigen hundert Metern den Matenatunnel, eine 400 Meter lange Unterf\u00fchrung unter dem Betriebsgel\u00e4nde des Stahlwerkes Bruckhausen, die einst eigens gebaut wurde, um der Alsumer Bev\u00f6lkerung einen Anschlu\u00df an die Au\u00dfenwelt zu bieten, von der sie durch die Industrie abgeschnitten wurde. (<em>Tatort<\/em>-Fans gehen den Tunnel aus der einen oder anderen Schimanski-Folge.) Wir fahren aber in nord\u00f6stlicher Richtung zum Schwelgernpark, ebenfalls ein Landschaftsbauwerk mit einer interessanten Geschichte: Hier befand sich fr\u00fcher das M\u00fcndungsgebiet der Emscher, aber die Bergsenkungen f\u00fchrten zu einem R\u00fcckstau des Rheins und lie\u00dfen das Gel\u00e4nde versumpfen. Eine Verbesserung brachten erst aufw\u00e4ndige Flussbauma\u00dfnahmen, die unter anderem die M\u00fcndung zehn Kilometer weiter nach Norden verlegten). In den Zwanzigern wurde der Schwelgernbruch trockengelegt und in eine Sport- und Gr\u00fcnanlage umgewandelt.<\/p>\n<p>Der <a href=\"http:\/\/www.schwelgernpark.de\">Schwelgernpark<\/a> ist auch heute noch eine sehenswerte Parklandschaft und die wichtigste Gr\u00fcnanlage des dicht besiedelten Stadtteils Marxloh. Mit den Halden hat der Park zudem eines gemeinsam: Er ist ebenfalls ein Beispiel f\u00fcr die Bem\u00fchungen, landschaftliche Ver\u00e4nderungen, die durch den Bergbau ausgel\u00f6st wurden, umzugestalten und neuen Nutzungsm\u00f6glichkeiten zuzuf\u00fchren. Hier ist es der Versuch, buchst\u00e4blich eine Oase zwischen Industrie und Wohnbebauung entstehen zu lassen, eine (nicht zu streng) geordnete Gartenlandschaft mit Sportpl\u00e4tzen, Freibad (nicht mehr existent), Spazierwegen und Ententeich. In den vergangenen Jahren hat man <a href=\"http:\/\/www.duisburg.de\/micro\/eg-du\/marxloh_projekte\/Schwelgernpark.php\">einige Instandsetzungen und Neubauma\u00dfnahmen<\/a> durchgef\u00fchrt, die die Attraktivit\u00e4t des lange vernachl\u00e4ssigten Parks wieder erh\u00f6hen sollen. Unter anderem gibt es ein ganz nettes Dirt-Bike-Areal.<\/p>\n<p>Ganz in der N\u00e4he befindet sich \u00fcbrigens die Marxloher <a href=\"http:\/\/www.ditib-du.de\/\">Merkez-Moschee<\/a>, eine der gr\u00f6\u00dften und vermutlich auch bekanntesten Moscheen in Deutschland. Die interessiert uns aber heute nicht. Unsere Route f\u00fchrt in \u00f6stlicher Richtung nach Oberhausen, wobei wir an zwei Abschnitten entlang begradigter Wasserl\u00e4ufe fahren: Zun\u00e4chst an der sogenannten Kleinen Emscher, die noch einen Hinweis auf den alten Verlauf des Flusses gibt, kurz danach entlang der nordw\u00e4rts verlegten Emscher selbst. Einige Uferabschnitte sind in den vergangenen Jahren renaturiert und begr\u00fcnt worden, die Emscher muss sich allerdings nach wie vor in ein kanalartiges Bett zw\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Weiter geht es quer durch das Gel\u00e4nde der &#8222;Neuen Mitte&#8220;, Oberhausens ehrgeizigem Innenstadtprojekt, \u00fcber dessen Erfolg man geteilter Meinung sein darf. Am Tag unserer Tour ist die Mitte jedenfalls Treffpunkt einer gro\u00dfen Menge weiblicher Teenager. Keine Ahnung, wer heute hier zu Besuch ist, aber dem Kreischpegel nach muss er jung, m\u00e4nnlich und gutaussehend sein. Wir \u00fcberlassen die Teenies ihrenm lautstarken Schw\u00e4rmen, fahren weiter durchs Gewerbegebiet und erreichen hinter der Bahnlinie schlie\u00dflich die letzte Halde dieser Tour.<\/p>\n<p><strong>Knappenhalde<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4066\/4628508658_bf785d0692.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Knappenhalde von der Winkelriedstra\u00dfe aus\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4066\/4628508658_bf785d0692.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Knappenhalde\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Knappenhalde geh\u00f6rt zu den \u00e4ltesten bestehenden Halden im Ruhrgebiet. Urspr\u00fcnglich eine Spitzkegelhalde, ist ihre Form \u00fcber die Jahre deutlich abgerundet worden, unter anderem deshalb, weil sie nach dem Krieg auch als Tr\u00fcmmerhalde genutzt wurde. Schon in den F\u00fcnfziger Jahren begann die Begr\u00fcnung und Renaturierung der Halde, aber erst in den 80ern wurde sie mit Spazierwegen f\u00fcr die \u00f6ffentliche Nutzung erschlossen. (Ein bemerkenswerter Kontrast zur Highspeed-Realisierung des Angerparks.) Sie ist bis zum Gipfel dicht bewaldet, oben gibt es nur eine kleine Freifl\u00e4che, auf die man einen einfachen, st\u00e4hlernen Aussichtsturm gestellt hat. Dessen Plattform wird inzwischen allerdings von den Kronen der umstehenden B\u00e4ume fast komplett \u00fcberragt, so dass man nur noch nach Westen einen ungehinderten Blick hat. Von dort sieht man vor allem die Neue Mitte mit Gasometer und CentrO, die \u201eAlte Mitte\u201c Oberhausens rund um Bahnhof, Grillopark und Rathaus, und am Horizont einige der herausragenden Halden des westlichen Ruhrgebiets: Haniel, Rheinpreu\u00dfen und Pattberg.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4019\/4627895237_a92333a565.jpg\" rel=\"lightbox[bergehalden2]\" title=\"Neue Mitte und Gasometer Oberhausen\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm5.static.flickr.com\/4019\/4627895237_a92333a565.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" alt=\"Neue Mitte und Gasometer\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Knappenhalde ist auch eine der ersten Halden, die k\u00fcnstlerisch gestaltet wurden, aber das ist hier sehr zur\u00fcckhaltend geschehen: In den Weg zum Gipfel sind einige Pflastersteinmosaike von Werner Philip Klunk eingelassen, die als Zeichensystem zur Geschichte des Bergs und des umliegenden Viertels gelten sollen. Westlich des Gipfels steht, inmitten dichter Brennesseln, eine rostige Stahlskulptur, die vermutlich ebenfalls von Klunk stammt. Zur\u00fcckhaltend ist \u00fcberhaupt ein angemessenes Wort f\u00fcr die Knappenhalde: Sie ist ein beschaulicher Ort, trotz der N\u00e4he zur Neuen Mitte. Keine Landmarke und keine Eventhalde mit spektakul\u00e4rem Freizeitwert, sondern eher ein Ruhepol mitten in der Stadt. Das munter plaudernde Tr\u00fcppchen t\u00fcrkischer Frauen, das uns auf dem Spazierweg begegnet, wei\u00df das aber ganz offensichtlich zu sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>F\u00fcr uns geht es aber rasant talw\u00e4rts (wobei die nicht ungef\u00e4hrlichen Abflussrinnen umfahren werden m\u00fcssen), und dann \u00fcber den John-Lennon-Platz und Grillopark zum Bahnhof Oberhausen. Damit endet die zweite Tour \u00fcber die Ruhrhalden. Vielleicht gibt&#8217;s zum Ende der Woche noch eine dritte, bevor wir uns wieder anderen Themen zuwenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Pfingstwetter war ein guter Anlass, die Tour \u00fcber ausgew\u00e4hlte Ruhrhalden fortzusetzen. Diesmal ging die Fahrt in den westlichen, linksrheinischen Teil des Ruhrgebiets. Eine Region also, von der gerne vergessen wird, dass sie auch noch dazu geh\u00f6rt: Wenn man vom Revier spricht, meint man meistens Duisburg, Essen oder Dortmund, aber selten Kamp-Lintfort, Moers oder Neukirchen-Vluyn. 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