{"id":742,"date":"2008-08-23T02:31:38","date_gmt":"2008-08-22T23:31:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=742"},"modified":"2008-09-03T13:37:03","modified_gmt":"2008-09-03T10:37:03","slug":"the-equivalent-of-leeds","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2008\/08\/23\/the-equivalent-of-leeds\/","title":{"rendered":"&#8222;The Equivalent of Leeds&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3012\/2787925406_cf4d01d572.jpg\" alt=\"Fylingdale Moors\" \/><br \/>\n<font size=1>Foto: <a href=\"http:\/\/www.danu.co.uk\/Joomla\/content\/view\/301\/28\/\">Pat O&#8217;Halloran<\/a><\/font><\/p>\n<p>In <a href=\"http:\/\/www.guardian.co.uk\/science\/2008\/aug\/21\/archaeology\">diesem faszinierenden Artikel<\/a> lesen wir, wie eine \u00f6kologische Katastrophe zu einer arch\u00e4ologischen Entdeckung gef\u00fchrt hat. Zwischen dem 17. und 21. September 2003 verw\u00fcstete ein Fl\u00e4chenbrand ein zweieinhalb Quadratkilometer gro\u00dfes Areal in den <a href=\"http:\/\/www.visitnorthyorkshiremoors.co.uk\/\">North York Moors<\/a>. Die Zerst\u00f6rungskraft des Feuers war so stark, dass auch gro\u00dfe Teile der Torfschicht verbrannt wurden. Zum Vorschein kamen pr\u00e4historische Feldersysteme und Felsreliefs, Drainagen und Kan\u00e4le des Alaunabbaus im 18. und 19. Jahrhundert, Reste der Man\u00f6ver- und Verteidigungsanlagen des 2. Weltkriegs, <a href=\"http:\/\/www.english-heritage.org.uk\/server\/show\/nav.001002003004004006\">lesen wir an anderer Stelle<\/a>.<!--more--><\/p>\n<p>Das Areal, das zum Vorschein kam, ist der Rest einer offenbar fr\u00fcher dicht besiedelten Landschaft &#8211; &#8222;the equivalent of Leeds or Manchester in their day&#8220;, behauptet der <em>Guardian<\/em>. Um 1000 v. Chr. wurde die Landschaft Zug um Zug aufgegeben, aus unbekannten Gr\u00fcnden. Es wird vermutet, dass das Moor noch weit mehr arch\u00e4ologische Sch\u00e4tze beherbergt; die arch\u00e4ologische Untersuchung des Areals  <a href=\"http:\/\/www.visitnorthyorkshiremoors.co.uk\/content.php?nID=17;id=494\">dauert noch an<\/a>, w\u00e4hrend zugleich versucht wird, die \u00f6kologischen Sch\u00e4den, die das Feuer angerichtet hat, zu reparieren.<\/p>\n<p>(Einige Bilder der Felsreliefs gibt es <a href=\"http:\/\/www.danu.co.uk\/Joomla\/content\/view\/301\/28\/\">hier<\/a> (inklusive Mashup des Fundorts), <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/rockartwolfy\/sets\/72157602030668436\/\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/pebblesfromheaven\/sets\/72157601944377141\/\">hier<\/a>. )<\/p>\n<p>Vielleicht k\u00f6nnte man ja die Myon-Detektoren zur Erschlie\u00dfung des Areals verwenden, die <a href=\"http:\/\/bldgblog.blogspot.com\/2008\/08\/mayan-muons-and-unmapped-rooms.html\">im Dschungel von Guatemala<\/a> zum Einsatz kommen sollen, um die innere Architektur von Maya-Tempeln aufzusp\u00fcren. Wer weiss, was sich da noch alles finden l\u00e4sst, wenn wir den Guardian mal beim Wort nehmen und uns ein eiszeitliches Leeds oder Manhattan vorstellen, eine lovecraftsche Siedlung von unbekanntem Ausmass? Nicht weit von der Brandstelle befindet sich \u00fcbrigens ein St\u00fctzpunkt der Royal Air Force: <a href=\"en.wikipedia.org\/wiki\/RAF Fylingdales\">RAF Fylingdales<\/a>, <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/farm4.static.flickr.com\/3180\/2787372541_344d25fdc3.jpg\" alt=\"RAF Fylingdales\" \/><br \/>\n<font size=1>RAF Fylingdales. Foto: Wikipedia.<\/font><\/p>\n<p>Fylingdales ist einer der milit\u00e4rischen St\u00fctzpunkte, die durch die Geheimhaltung, mit der sie betrieben werden, ihre eigenen Mysterien generiert haben. Dort befindet sich eine Radarstation, die von Briten und Amerikanern gemeinsam als Teil des Raketenfr\u00fchwarnsystems betrieben wird. Jahrzehntelang waren drei riesige Radarkuppeln das weithin sichtbare Wahrzeichen des St\u00fctzpunkts, und sie wurden von Touristen ebenso bestaunt wie anderswo Tempel und Pyramiden.<\/p>\n<blockquote><p>Coach tours to the nearby coastal town of Whitby drove past the site, at which point drivers would typically switch the radio on and allow passengers to listen to the interference caused by the radomes.<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Kuppeln sind verschwunden, inzwischen steht dort ein noch bizarreres Geb\u00e4ude, das von weitem aussieht wie ein \u00fcberdimensionales Theremin. Die RAF hat <a href=\"http:\/\/www.bbc.co.uk\/northyorkshire\/uncovered\/fylingdales\/\">mit ein wenig PR und Unterst\u00fctzung der BBC<\/a> versucht, die mysteri\u00f6sen Aspekte des St\u00fctzpunkts in etwas freundlicherem Licht erscheinen zu lassen. Staunen wir also \u00fcber die riesigen wassergek\u00fchlten Radarschirme und die 18 Zoll dicken Stahlt\u00fcren, hinter deren Schutz sich die Mannschaft des St\u00fctzpunkt im Kriegsfall zur\u00fcckziehen kann.<\/p>\n<p>Unsere Akte-X-geschulte Fantasie sagt uns aber, dass sich hinter der seltsamen Fassade tats\u00e4chlich mehr verbergen k\u00f6nnte. Vielleicht lauscht der Radarschirm weniger in den Himmel, als unter die Erde. Irgendwann, eines Nachts, meint einer diensthabenden Leutnants ein Ger\u00e4usch zu h\u00f6ren, ein schwaches Pfeifen, etwa aus der Richtung des Moors. Einige Wochen sp\u00e4ter wird man im Torfboden eine \u00d6ffnung entdecken, und dahinter eine Art Gang.<\/p>\n<blockquote><p>The black tunnel yawned indefinitely off at a steep, descending grade, its aperture adorned with grotesquely chiseled jambs and lintel. From that cryptical mouth we fancied a current of slightly warmer air, and perhaps even a suspicion of vapor proceeded; and we wondered what living entities the limitless void below might conceal &#8230;<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto: Pat O&#8217;Halloran In diesem faszinierenden Artikel lesen wir, wie eine \u00f6kologische Katastrophe zu einer arch\u00e4ologischen Entdeckung gef\u00fchrt hat. Zwischen dem 17. und 21. September 2003 verw\u00fcstete ein Fl\u00e4chenbrand ein zweieinhalb Quadratkilometer gro\u00dfes Areal in den North York Moors. Die Zerst\u00f6rungskraft des Feuers war so stark, dass auch gro\u00dfe Teile der Torfschicht verbrannt wurden. 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