{"id":95,"date":"2005-06-03T18:45:39","date_gmt":"2005-06-03T16:45:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.de\/nb\/?p=95"},"modified":"2005-06-03T18:45:39","modified_gmt":"2005-06-03T16:45:39","slug":"only-in-it-for-the-money","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/clausmoser.de\/blog\/2005\/06\/03\/only-in-it-for-the-money\/","title":{"rendered":"Only in it for the money"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/image.guardian.co.uk\/sys-images\/Books\/Pix\/covers\/2005\/05\/26\/MediciMoney.jpg\" alt=\"Medici Money\" \/><br \/>\nDer Mythos Medici ist in Florenz so frisch wie eh und je: Das kann man auch an der <a href=\"http:\/\/www.mariademedici.it\/\">gerade laufenden Ausstellung<\/a> zum Leben der Maria de Medici sehen. Aber die Legende von den kultivierten Bankiers, die in der doppelten Buchf\u00fchrung genauso versiert waren wie in der Philosophie Platos und auf dem diplomatischen Parkett, entspricht nicht ganz der Wahrheit, behauptet der britische Schriftsteller Tim Parks in seinem Buch <a href=\"http:\/\/books.guardian.co.uk\/review\/story\/0,12084,1492908,00.html\">Medici Money<\/a>: Der politische Aufstieg ging einher mit dem wirtschaftlichen Niedergang des Bankhauses.<!--more--><br \/>\nDie Bank, die den Ruhm der Medici begr\u00fcndete, befand sich schon wenige Jahrzehnte nach ihrer Gr\u00fcndung auf dem absteigenden Ast und war ab der zweiten H\u00e4lfte des 15. Jahrhunderts wenig mehr als Kriegs- und Bestechungskasse einer machthungrigen Dynastie.<\/p>\n<p>Geschickt lie\u00df sich Lorenzo de Medici zum Ideal des humanistisch gebildeten Renaissancef\u00fcrsten stilisieren, hatte aber wenig Interesse daran, die wirtschaftliche Seite der Familienunternehmungen am Laufen zu halten, schreibt Parks.<\/p>\n<p>Und ohne Unterst\u00fctzung von au\u00dfen w\u00e4re es den Medici in der politisch prek\u00e4ren Situation der fr\u00fchen Renaissance auch kaum gelungen, ihren Status zu halten und gar auszubauen: Nach der ersten Vertreibung waren es vor allem die Habsburger, die der Dynastie die R\u00fcckkehr nach Florenz und den Zugang zu den europ\u00e4ischen Adelsh\u00e4usern erm\u00f6glichten.<\/p>\n<p>Parks begibt sich mit der Studie auf f\u00fcr ihn neues Terrain: Bekannt ist er eigentlich als \u00dcbersetzer (u.a. Calvino, Tabucchi) und Autor von B\u00fcchern \u00fcber italienische Alltagskultur, zum Beispiel das Fu\u00dfball-Buch <em>Mein Jahr mit Verona<\/em>. Interessiert hat ihn das Thema, weil es, schreibt er auf <a href=\"http:\/\/www.timparks.co.uk\/19.html\">seiner Homepage<\/a>, mit Fu\u00dfball einiges zu tun hat.<\/p>\n<blockquote><p>In particular I was fascinated to find that much of what I was reading about reminded me of a theme that was very important in my book on football fandom: the difference between countable value (cash) and uncountable value (loyalty, sentiment, religious faith), and the curious way these two kinds of value both attract and repel each other, creating a constant fizz of cultural activity. Cosimo de&#8216; Medici wanted to make money, despite the church&#8217;s laws on usury which prevented bankers lending at an interest rate: and he wanted to go to heaven too. How was it to be done? And once the money had been made, how could it be used to generate the kind of respect that is not given to cash alone?<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mythos Medici ist in Florenz so frisch wie eh und je: Das kann man auch an der gerade laufenden Ausstellung zum Leben der Maria de Medici sehen. 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