{"id":412,"date":"2006-04-04T10:59:18","date_gmt":"2006-04-04T07:59:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.clausmoser.com\/?p=412"},"modified":"2006-04-04T10:59:18","modified_gmt":"2006-04-04T07:59:18","slug":"iaora-tahiti","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/clausmoser.de\/blog\/2006\/04\/04\/iaora-tahiti\/","title":{"rendered":"Iaora Tahiti"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/redirect?link_code=as2&#038;path=ASIN\/B000008513&#038;tag=nightlybuilds-21&#038;camp=1638&#038;creative=6742\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" border=\"0\" src=\"B000008513.03._AA_SCMZZZZZZZ_.jpg\"><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=nightlybuilds-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=B000008513\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>Eine der ersten Platten, die ich als Kind geh\u00f6rt habe, war <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/redirect?link_code=as2&#038;path=ASIN\/B000008513&#038;tag=nightlybuilds-21&#038;camp=1638&#038;creative=6742\">Iaora Tahiti<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=nightlybuilds-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=B000008513\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>. Nat\u00fcrlich nicht die gleichnamige Platte von Mouse On Mars, sondern das legend\u00e4re Album des Orchestre Arthur Iriti (m\u00f6glicherweise die einzige Platte, die dieses Orchester jemals ver\u00f6ffentlicht hat, jedenfalls habe ich nie eine andere gesehen). F\u00fcr ein Kind war das die perfekte Musik: Ein sehr lauter M\u00e4nnerchor, der s\u00fc\u00dfe Melodien br\u00fcllte (und f\u00fcr ein Kind ist es \u00e4u\u00dferst cool, wenn es entdeckt, dass man br\u00fcllen und trotzdem s\u00fc\u00df sein kann), dazu schrammelte eine rhythmische Akustikgitarre vor sich hin und irgendjemand klopfte wild auf jedes St\u00fcck Holz, das in Reichweite lag. Und als das Album aufgenommen wurden, lagen wohl einige St\u00fccke Holz in Reichweite.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich immer noch an den Text auf der R\u00fcckseite der Platte. Ich merke mir oft solche v\u00f6llig sinnlosen Sachen, w\u00e4hrend ich andere, wichtigere Dinge mit erstaunlicher Zwangsl\u00e4ufigkeit wieder vergesse. Man frage mich nach dem Geburtsjahr von Jesus, und ich suche das n\u00e4chste Lexikon. Aber die lustigen Tippfehler auf der Speisekarte einer kleinen italienischen Pizzeria, in der ich vor Jahren mal war, die kann ich immer noch ausw\u00e4ndig. Und den komischen Text auf der R\u00fcckseite eines obskuren 70er Jahre Albums mit tahitianischer Folklore, den wei\u00df ich auch immer noch.<\/p>\n<p>Als dann neulich eine E-Mail von Mr Dante Fontana vom lustigen Blog <a href=\"http:\/\/easydreamer.blogspot.com\">PCL Linkdump<\/a> in mein Postfach poppte, mit der Frage, was ich (und ein paar andere Blogger) mit dem Duft von Vinyl assoziieren, dem Vinyl, aus dem die alten Langspielplatten produziert wurden, da fiel mir sofort die Platte von Iriti ein.<\/p>\n<p><em>Iaora Tahiti<\/em> war wohl eine der ersten Stereo-Platten \u00fcberhaupt, jedenfalls gab der Cover-Text sich alle M\u00fche, zu beschreiben, was f\u00fcr eine gro\u00dfartige Erfindung Stereo doch sei, und dass die Leute das Album doch bitte allein schon wegen der blo\u00dfen Innovation kaufen sollten. Ich kann mich nicht mehr ganz w\u00f6rtlich an den Text erinnern, aber ich w\u00fcrde beim Halsband jeder polynesischen Sch\u00f6nheit schw\u00f6ren, dass der letzte Satz ungef\u00e4hr so lautete: &#8222;Jetzt wo es Stereo gibt, mu\u00df eigentlich nur noch eines erfunden werden: Eine Methode, um den Duft der Blumen im Haar der T\u00e4nzerinnen auf Vinyl zu bannen.&#8220;<\/p>\n<p>Ich muss wohl nicht sagen, dass sich in meinem sechs Jahre alten Kopf schnell alle m\u00f6glichen Ideen formten, welche wunderbaren und, vor allem, geruchsintensiven Dinge man auf Vinyl einfangen und beim Abspielen wieder freilassen k\u00f6nnte. Es fiel mir zum Beispiel \u00fcberhaupt nicht schwer, mir auszudenken, welche Platten ich auflegen w\u00fcrde, wann immer meine Schwester ins Zimmer k\u00e4me. Aber leider, leider: So vielversprechend die Aussichten auf dem Album von Iriti auch klangen, niemand hat auch nur eine dieser Platten jemals ver\u00f6ffentlicht, jedenfalls nicht w\u00e4hrend meiner Kindheit, wo ich sie doch am meisten gebraucht h\u00e4tte. Sp\u00e4ter habe ich ein paar Scratch&#8217;n&#8217;Sniff-Platten von Punk-Bands gekauft, aber die olfaktorischen Effekte waren da doch immer sehr begrenzt und auch immer schon schneller vorbei als man den Satz: &#8222;Schaler und stickiger Gestank einer bierdruchtr\u00e4nkten Lederjacke, die man am Abend zuvor in einem vermufften Club getragen hat, wo jeder billige Ostblock-Zigaretten rauchte&#8220; vor sich hin sagen kann.<\/p>\n<p>Vermutlich hat es mich darum nie so richtig interessiert, wie Vinyl tats\u00e4chlich riecht, und heute m\u00f6chte ich es auch gar nicht wirklich ausprobieren. Denn seit dieser Zeit damals mache ich mir lieber so meine eigenen Ideen und Vorstellungen, wie das Aroma eines Albums sein sollte. Meistens wird das durch die Musik oder das Cover-Design ausgel\u00f6st, und diese kleinen Fantasien m\u00f6chte ich nur ungern verlieren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/redirect?link_code=as2&#038;path=ASIN\/B000008FVC&#038;tag=nightlybuilds-21&#038;camp=1638&#038;creative=6742\"><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"http:\/\/static.flickr.com\/39\/122818350_4cfe1dd966_o.jpg\" alt=\"Gallon Drunk\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=nightlybuilds-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=B000008FVC\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>Ich nenne mal ein Beispiel: Die erste <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/redirect?link_code=as2&#038;path=ASIN\/B000008FVC&#038;tag=nightlybuilds-21&#038;camp=1638&#038;creative=6742\">Gallon-Drunk-LP<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=nightlybuilds-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=B000008FVC\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>, eine der Platten, die f\u00fcr mich, zumindest in meiner Phantasie, tats\u00e4chlich einen intensiven Duft verstr\u00f6mt: N\u00e4mlich den der Kirschbl\u00fcten, die das Girl auf dem Cover umrahmen. Wahrscheinlich w\u00e4re ich deprimiert, wenn ich feststellen w\u00fcrde, dass die Platte selbst eher so riecht wie das Nylonkost\u00fcm des Covergirls nach einer besonders harten Gymnastik-Session.<\/p>\n<p>Obwohl, wer wei\u00df, vielleicht w\u00e4re das auch ein sehr interessanter Geruch &#8230; Es gibt einige Dinge, die \u00fcberl\u00e4\u00dft man besser der Vorstellungskraft.<\/p>\n<p><font size=1>(Anmerkung: Dieser kleine Text entstand zuerst auf Englisch f\u00fcr <a href=\"http:\/\/easydreamer.blogspot.com\/2006\/03\/vinyl-sniffers.html\">PCL Linkdump<\/a>. Danke an Mr Dante Fontana f\u00fcr die h\u00fcbsche Idee und die Anregung.)<\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine der ersten Platten, die ich als Kind geh\u00f6rt habe, war Iaora Tahiti. 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